Dax gibt weiter nach - Postbank im Blick
Frankfurt (Reuters) - Angesichts unverändert trüber Konjunkturaussichten hat der Dax seine Talfahrt fortgesetzt.
Er gab am Dienstag den fünften Tag in Folge nach. Mit einem Minus von 2,2 Prozent auf 4616 Punkte fiel der Index auf das Niveau vor Weihnachten zurück. "Die Stimmung am Markt ist schlecht und bleibt schlecht", sagte ein Händler. "Auch charttechnisch sieht es nicht gerade rosig aus. Die nächste Unterstützung liegt bei 4500 Punkten. Sollte diese Marke nicht halten, könnte der Dax bis auf 4000 Zähler fallen."
Auch das zweite Konjunkturpaket, auf das sich die Spitzen der Berliner Regierungskoalition in der Nacht geeinigt hatten, hellte die Stimmung der Anleger kaum auf. Börsianer lobten das 50 Milliarden Euro schwere Hilfspaket, mit dem die Regierung den Abschwung abfedern will. "Es wird die deutsche Wirtschaft aber nicht vor der härtesten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg bewahren", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.
TO BUY OR NOT TO BUY - SPEKULATION UM POSTBANK
Für Gesprächsstoff sorgte auf dem Börsenparkett die Zukunft der Postbank. Das Kursplus von bis zu zehn Prozent erklärten Händler mit der Erleichterung der Anleger darüber, dass die Deutsche Bank an ihrem Plan zum Einstieg bei Deutschlands größtem Filialinstitut festhält. "Angesichts der Schwierigkeiten, in denen die Finanzbrache steckt, hatten Anleger offenbar befürchtet, dass das Geschäft in letzter Minute platzt", sagte einer. Ein anderer Börsianer verwies auf Gerüchte um eine vorzeitige Komplett-Übernahme der Postbank. Gegen Mittag lagen Postbank-Papiere noch zwei Prozent im Plus bei 13,10 Euro.
Die Deutsche Bank verhandelt nach Aussagen einer mit der Situation vertrauten Person mit der Postbank-Muttergesellschaft Deutsche Post über den Zeitablauf der Transaktion. Am Volumen seien keine größeren Abstriche zu erwarten. Einem Bericht zufolge drängt die Deutsche Bank wegen des Kursverfalls der Postbank auf einen Rabatt. Die Post-Aktie gehörte mit einem Minus von fünf Prozent auf 9,84 Euro zu den größten Verlierern im Dax. Die Papiere der Deutschen Bank gaben 0,8 Prozent auf 24,30 Euro nach.
METRO UND BEIERSDORF LEGEN ZAHLEN VOR
Trotz eines schwachen vierten Quartals legten die Aktien von Metro um bis zu 4,1 Prozent zu. "Viele Anleger hatten mit Schlimmerem gerechnet", sagte ein Händler. "Die am Markt kursierenden Flüsterschätzungen lagen unter den Prognosen der Analysten." Im Sog des nachgebenden Gesamtmarktes konnten die Metro-Titel ihre Anfangsgewinne aber nicht halten und notierten gegen Mittag ein Prozent im Minus bei 26,03 Euro.
Die Bilanz von Beiersdorf lag Analysten zufolge weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Die Titel des Konsumgüter-Herstellers rutschten nach einem freundlichen Start ebenfalls ins Minus und verloren 0,5 Prozent auf 40,02 Euro.
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