Edition:
Deutschland
Konjunktur | Mittwoch, 28. November 2012, 09:08 Uhr

Fitch stuft Bonitätsnote Argentiniens um fünf Stufen herab

New York Wegen eines Rechtsstreites zwischen der argentinischen Regierung und Investoren in den USA hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote des lateinamerikanischen Staates um fünf Stufen gesenkt.

Anleihen des Landes würden nun mit der Note CC statt wie bislang mit B bewertet, teile die Agentur am Dienstagabend mit. Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles sei wegen der juristischen Auseinandersetzung gestiegen. Eine schlechtere Bonitätsnote ist oft mit höheren Zinsen für den Schuldner verbunden.

Hintergrund der Herabstufung ist die Entscheidung eines New Yorker Gerichtes, wonach Argentinien zehn Jahre nach seiner Staatspleite einige Investoren trotz eines Schuldenschnittes doch noch auszahlen muss. Ein Bundesrichter setzte der Regierung in Buenos Aires in der vergangenen Woche eine Frist bis zum 15. Dezember, 1,3 Milliarden Dollar auf ein Treuhandkonto einzuzahlen. Als Druckmittel wurde sogar ein vor Ghana liegendes Marineschulschiff beschlagnahmt.

Argentinien hat gegen die Entscheidung Berufung eingelegt. Sollten die Kläger Recht bekommen, könnte dies den mit vielen Gläubigern vereinbarten Forderungsverzicht von 70 Prozent infrage stellen und auch Schuldenschnitte heutiger Krisenländer wie Griechenland erschweren.

X