18. Mai 2017 / 16:26 / vor 4 Monaten

Brasiliens Präsident lehnt Rücktritt in Petrobras-Affäre ab

Brazil's President Michel Temer leaves the Jaburu Palace in Brasilia, Brazil May 18, 2017. REUTERS/Ueslei Marcelino

Brasilia (Reuters) - Im Korruptionsskandal um den brasilianischen Ölkonzern Petrobras gerät Präsident Michel Temer unter Druck.

Nach einem Bericht der Zeitung “O Globo” vom Mittwochabend stimmte Temer der Zahlung von Schweigegeld an einen potenziellen Zeugen zu. Er wies den Vorwurf umgehend zurück und lehnte einen Rücktritt ab. “Der Präsident ist völlig überzeugt davon, dass er kein Unrecht begangen hat”, sagte einer seiner Berater. Der Fall Petrobras ist der größte Korruptionsskandal in der Geschichte des Landes. In der Affäre wurden bereits hochrangige Manager und Politiker angeklagt. Temers Amtsvorgängerin Dilma Rousseff stolperte über den Skandal.

Dem Blatt zufolge wird Temer belastet durch die Aufzeichnung eines Gesprächs mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden des Fleischproduzenten JBS, Joseley Batista. Dabei hätten die beiden über den inhaftierten früheren Abgeordneten Eduardo Cunha gesprochen. Dieser hatte jüngst gesagt, er verfüge im Zusammenhang mit dem Petrobras-Skandal über kompromittierende Informationen über eine Menge hochrangiger Politiker. Batista habe Temer erzählt, dass er Cunha für dessen Schweigen bezahle. Daraufhin habe der Präsident geantwortet: “Das müssen Sie weitermachen, einverstanden?”

Temer bestätigte, dass er sich mit Batista Anfang März getroffen habe. Er bestritt jedoch, dabei Schweigegeld-Zahlungen an Cunha zugestimmt zu haben. Drei mit dem Vorgang direkt vertraute Personen erklärten, die Darstellung von “O Globo” sei korrekt.

Nach der Veröffentlichung der Vorwürfe stürzte die Landeswährung Real um rund sieben Prozent ab, an der Börse in Sao Paolo brach der Leitindex um 10,5 Prozent ein, bevor der Handel ausgesetzt wurde. Zu den größten Verlierern im frühen Handel zählten Petrobas mit einem Abschlag von rund 20 Prozent. Investoren befürchten, dass der Skandal Temers geplanten Wirtschafts- und Finanzreformen verzögern könnte.

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