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Markte | Mittwoch, 7. November 2012, 17:22 Uhr

Gewinnmitnahmen belasten Schweizer Börse

Zürich Die Erleichterung über die Wiederwahl des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama ist an der Schweizer Börse rasch wieder verpufft und die Kurse sind am Mittwoch ins Minus gerutscht.

Nach einem Anstieg auf ein Jahreshoch setzten Gewinnmitnahmen ein, wie Händler sagten. Die von der EU-Kommission gesenkten Wachstumsprognosen sorgten Händlern zufolge für neue Verunsicherung.

Der SMI notierte kurz vor Schluss um 0,5 Prozent schwächer bei 6715 Punkten. Vorübergehend hatte der Leitindex mit 6803 Punkten zuvor den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht. Der breite SPI ermässigte sich ebenfalls um 0,5 Prozent auf 6190 Zähler.

Mit dem Sieg Präsident Obamas sei ein Unsicherheitsfaktor ausgeräumt. Viel ändern werde sich vorerst wohl aber nicht, da bei den Wahlen in den Senat und das Repräsentantenhaus die Mehrheitsverhältnisse zementiert wurden. Damit drohe auch in der zweiten Amtsperiode Obamas in dem von den Republikanern dominierten Kongress eine Blockadepolitik, die das Land lähmen könnte.

Daneben beschäftigten sich die Marktteilnehmer auch mit der Abstimmung über ein weiteres Sparpaket in Griechenland und dem Parteitag in China im Fokus.

Die Aktien von Holcim verloren 2,7 Prozent und führten damit die Verlierer unter den Bluechips an. Gewinnmitnahmen belasteten nach dem wie erwartet ausgefallenen Quartalsbericht die Aktien. Holcim hat im laufenden Jahr rund 30 Prozent an Wert gewonnen.

Zwei Prozent schwächer waren die Adecco-Aktien, die am Vortag nach einem starken Zwischenbericht gesucht waren.

Auch die Aktien anderer zyklischer Firmen reagierten mit fallenden Kursen auf aufgefrischten Konjunktursorgen. Auch eine Kaufempfehlung der ZKB konnte die Aktien von Clariant nicht vor Kurseinbussen bewahren. Ebenso verhalf ein technischer Durchbruch bei weitreichenden Gleichstromverbindungen ABB nicht zu höheren Kursen.

Die Aktien von UBS, Julius Bär und einzelne Versicherungswerte rutschten ebenfalls ab. Credit Suisse büssten 2,3 Prozent ein.

Die Titel von Swiss Re hingegen stiegen am Tag vor dem Quartalsbericht um 0,5 Prozent. Die beiden Konkurrenten Hannover Rück und Münchener Rück erhöhten nach besser als erwarteten Zwischenberichten ihre Gewinnprognose.

Auch die als krisensicher geltenden Pharmawerte Novartis und Roche, denen zunächst noch positive Meldungen zu einem Anstieg verholfen hatten, konnten sich dem Trend nicht entziehen und verloren Terrain. Die Titel des Lebensmittelmultis Nestle stiegen um 0,2 Prozent. L'Oreal steigerte den Umsatz im dritten Quartal um knapp fünf Prozent. Nestle hält rund 30 Prozent an dem französischen Kosmetikkonzern.

Die Aktien von Barry Callebaut gewannen drei Prozent. Der Schokoladeproduzent hat im Geschäftsjahr 2011/12 den Umsatz um acht Prozent auf 4,83 Milliarden Franken gesteigert. Der Gewinn dagegen sank um 8,5 Prozent auf 241 Millionen Franken. Händler und Analysten zeigten sich vom Umsatzwachstum beeindruckt.

Sonova verloren drei Prozent, was Händler damit erklärten, dass Konkurrent William Demant die Gewinnprognose gesenkt hat.

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