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Markte | Donnerstag, 6. Dezember 2012, 18:08 Uhr

Schweizer Börse - Weihnachts-Rally läuft an

Zürich Die Schweizer Börse hat am Donnerstag den Aufwärtstrend wieder aufgenommen und ist zum ersten Mal seit dem Frühjahr 2010 wieder über die Schwelle von 6900 Punkten gestiegen.

Händler sagten, die Weihnachtsrally sei voll im Gange. Die Anleger drängten zunehmend an den Aktienmarkt, weil sie den Marktanstieg zum Teil verpasst hätten und angesichts des nahenden Jahreswechsels gezwungen seien, noch einzusteigen. Wegen der tiefen Zinsen fehlten Alternativen zu Aktienanlagen.

Der Trend werde ausserdem durch die Hoffnung genährt, dass es in den USA bald eine Lösung im Haushaltsstreit geben werde und sich die konjunkturellen Aussichten in Asien verbesserten. Dagegen werde die Euro-Schuldenkrise derzeit etwas in den Hintergrund gerückt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) beliess die Zinsen wie erwartet unverändert. Obwohl sie ihren Konjunkturausblick für 2013 reduzierte, reagierten die Märkte nur wenig.

Der Leitindex SMI schloss um 0,9 Prozent höher bei 6912 Punkten. Der breite SPI stieg um 0,8 Prozent auf 6358 Zähler.

Gefragt waren vor allem Aktien zyklischer Firmen. Dabei beflügelten die Konjunkturhoffnungen für Asien einmal mehr die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch, die 1,9 beziehungsweise 2,2 Prozent anzogen und vorübergehend neue Rekordwerte erreichten. Eine Studie des Geldhauses Kantor dürfte zusätzlich Schwung verliehen haben.

Mit Adecco, Clariant, Geberit und Holcim waren zudem zyklische Werte aus Industrie und Dienstleistungsbranche gefragt. ABB gewannen ein Prozent. Der Elektrotechnikkonzern informierte erneut über einen Grossauftrag zum den Bau einer Stromleitung in der Nordsee über 170 Millionen Dollar.

Die Anteile der Grossbank UBS gewannen ein Prozent. Credit Suisse zogen 0,6 Prozent an. Bei den meist fester tendierenden Versicherungsaktien machten Swiss Re den Vortagesverlust mehr als wett.

Die Anteile der beiden Pharmariesen Novartis und Roche sowie des Lebensmittelmultis Nestle tendierten gegen ein Prozent höher.

Die Aktien von Meyer Burger gewannen mit einem Plus von 14 Prozent erneut stark. Händler sprachen von Deckungskäufen und charttechnischen Faktoren. Die Titel des Solarindustrie-Zulieferers haben dieses Jahr rund 60 Prozent an Wert verloren.

Alpiq büssten knapp sieben Prozent ein. Der Stromkonzern verschärft zwecks Schuldenabbau die Restrukturierungsmassnahmen und prüft auch die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung.

Gewinnmitnahmen drückten Valiant knapp drei Prozent ins Minus. Die Aktien waren am Vortag kräftig gestiegen, nachdem die Regionalbank Fusionsgespräche mit der Berner Kantonalbank bestätigt hatte.

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