Markte | Dienstag, 18. Dezember 2012, 17:19 Uhr

Hoffnung im US-Etatstreit stützt Schweizer Börse

Zürich Die Hoffnung auf eine Beilegung des US-Haushaltsstreits hat am Dienstag der Schweizer Börse zu Gewinnen verholfen.

Die Chancen dafür hätten sich merklich verbessert, nachdem sich Präsident Barack Obama und die Republikaner Parteikreisen zufolge bei den Verhandlungen angenähert haben sollen. Sollte es demnächst wirklich eine Einigung geben, könnte es noch zu einem kräftigen Jahresendspurt kommen, hiess es weiter.

Der Leitindex SMI notierte kurz vor Schluss um 0,4 Prozent höher bei 6924 Punkten. Der breite SPI stieg ebenfalls um 0,4 Prozent auf 6371 Zähler.

"Sollte es wirklich noch vor Weihnachten zur Einigung im US-Etatstreit kommen, dürften wir noch einmal die mehr psychologisch als technisch wichtige Marke von 7000 Punkten, an der wir vor einer Woche abgeprallt sind, attackieren", sagte ein Händler. Abgesehen von Hoffnungskäufen treibe vor allem der Mangel an Alternativen die Aktienkurse an. "Viele Anleger haben den Zug verpasst und sind in Aktien unterinvestiert", sagte ein Börsianer.

Auch der dreifache Eurex-Verfall am Freitag dürfte dem Markt Impulse geben. Viele Marktteilnehmer hätten die jüngst erzielten Gewinne mittels Futures-Verkäufen abgesichert, so dass sie nun Futures kaufen oder Positionen rollen müssten, sagte ein Händler.

Die stärksten Gewinne verzeichneten die Bankaktien. UBS kletterten zwei Prozent und Credit Suisse gewannen 1,2 Prozent. Dagegen waren die Versicherungswerte nur leicht verändert. Einzig Helvetia fielen mit einem Kursplus von 1,8 Prozent auf.

Gefragt waren aber auch Aktien zyklischer Firmen. Bei einem Haushaltskompromiss in den USA dürften konjunkturgefährdend Kürzungen ausbleiben. ABB, Geberit und Lonza gewannen ein halbes Prozent, Adecco und Holcim rückte gegen zwei Prozent vor. Der Titel des Zementkonzerns profitierte ausserdem von Käufen im Sog einer Kurszielerhöhung durch JPMorgan. Die Empfehlung lautet "Overweight".

Gewinnmitnahmen drückten die beiden Luxusgüterwerte Richemont und Swatch ins Minus.

Der Anteil von Transocean gewannen zwei Prozent. Der Erdölplattformbetreiber hat in einem Monat neue Verträge und Vertragsverlängerungen im Wert von 119 Millionen Dollar abgeschlossen.

Die Actelion-Aktien verteuerten sich um 1,7 Prozent. Das Biotechnologieunternehmen hat in einer Studie mit Ponesimod bei Patienten mit Psoriasis das Hauptziel erreicht und geht nun in die Phase III der klinischen Entwicklung.

Die Titel des Lebensmittelkonzerns Nestle und der Arzneimittelhersteller Novartis und Roche waren gut gehalten. Die britische Kostenkontrollbehörde NICE hatte gewarnt, dass sie das Roche-Medikament Avastin in Kombination mit zwei Chemotherapien zur Behandlung von Eierstockkrebs ablehnen könnte.

Die Vögele-Aktien gaben nach dem Kurssprung vom Vortag fünf Prozent nach. "Die Leute streichen nach den spekulativen Käufen vom Montag die Gewinne ein", sagte ein Händler. Übernahmespekulationen hatten den Kurs des Bekleidungshauses bei hohen Umsätzen hochgetrieben.

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