EnBW: Abbau von Atomkraftwerk Obrigheim kostet 500 Mio Euro

Freitag, 10. Oktober 2008, 13:22 Uhr
 

Obrigheim (Reuters) - Der Abbau des stillgelegten Atomkraftwerks Obrigheim wird den Betreiber EnBW rund eine halbe Milliarde Euro kosten.

Die Genehmigung für den Abbau des seit 2005 stillstehenden Atommeilers liege vor, der Abriss werde bis 2020 dauern, sagte der Technische Geschäftsführer des Atomkraftwerks, Michael Wenk, am Freitag in Obrigheim bei Heilbronn. Für die Abbaukosten habe EnBW Rücklagen gebildet, die die absehbaren Kosten komplett deckten.

Das 1968 in Betrieb gegangene Atomkraftwerk Obrigheim ist eines der ältesten in Deutschland. In mehreren Schritten sollen in den kommenden Jahren die Anlagen aus den Gebäuden entfernt werden. Die dabei anfallenden rund 3000 Tonnen an radioaktivem Material sollen von 2010 an in sicheren Behältern eingeschlossen und ab 2013 im geplanten Endlager Schacht Konrad nahe Salzgitter gelagert werden. Die Atombrennstäbe sollen in das geplante Endlager ins niedersächsische Gorleben transportiert werden. Bis zum Abtransport in die noch nicht genehmigten Endlager verbleibe der strahlende Müll auf dem Gelände des Atomkraftwerks, sagte der Geschäftsführer.

Ab 2017 könnten die dann geräumten Gebäude abgerissen werden, sofern keine weitere Nutzung möglich sei. Der Abriss würde weitere drei Jahre in Anspruch nehmen. Insgesamt werden nach EnBW-Angaben beim kompletten Abriss rund 275.000 Tonnen Abfall anfallen. 99 Prozent seien unbedenklicher Müll, Baumaterialien und Schrott.

In Deutschland sind schon einige Atomkraftwerke abgeschaltet und werden derzeit abgebaut. Dazu zählen die Atomreaktoren in Greifswald, Rheinsberg, Stade, Würgassen und Mülheim-Kärlich.