Verdi befürchtet Abbau von 1200 Jobs im Metro-Großhandel

Montag, 13. Oktober 2008, 20:11 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Die Gewerkschaft Verdi hat den vom Handelsriesen Metro geplanten Stellenabbau im Großhandelsgeschäft (Cash & Carry) scharf kritisiert.

Der Düsseldorfer Konzern wolle 1200 Vollzeitarbeitsstellen abbauen, sagte der für Cash & Carry zuständige Gewerkschaftsvertreter Uwe Erschens am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir verurteilen den Personalabbau in der Größenordung", sagte er. "Uns fehlen jegliche Konzepte." Betroffen seien alle Bereiche, schwerpunktmäßig aber die Märkte. Verdi befürchte, dass ein Großteil des Abbaus über betriebsbedingte Kündigungen erfolgen werde, sagte Erschens.

Ein Metro-Sprecher wollte die Zahl von 1200 zur Disposition stehenden Arbeitsplätzen nicht bestätigen. Er bekräftigte, Metro wolle "einige hundert Stellen" im Großhandelsgeschäft abbauen. Dies sei ein fortlaufender Prozess. Die Metro hatte in einem Brief an die 17.000 Mitarbeiter der Sparte in Deutschland "noch härtere Einschnitte" angekündigt. Der Abbau soll nach früheren Aussagen über die natürliche Fluktuation erfolgen, betriebsbedingte Kündigungen seien aber nicht ausgeschlossen.

Erschens kritisierte, dass Personal abgebaut werde, ohne dass die künftige Strategie für die Großverbrauchermärkte klar sei. Es sei fraglich, ob die Geschäfte mit weniger Personal noch "ordnungsgemäß zu führen sind". Zudem werde der Personalabbau zu einem ungünstigen Zeitpunkt in Gang gesetzt, denn das wichtige Weihnachtsgeschäft stehe vor der Tür. Der Gesamtbetriebsrat habe mit den Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan begonnen. Die Mitarbeiter seien vergangenen Dienstag auf Betriebsversammlungen informiert worden.

Die Einsparungen beim Personal sind Teil einer umfassenden Strategie, mit der die Metro-Großmärkte in Deutschland ihr Ergebnis steigern sollen. Dazu holte sich Konzernchef Eckhard Cordes im Frühjahr Berater von McKinsey ins Haus. Künftig sollen sich die Cash&Carry-Märkte wieder auf die Kerngruppen - Hotels, Gastronomie und Catering - konzentrieren. Auch läuft ein Testbetrieb für einen Lieferservice. Begleitend wird das Sortiment überprüft. Möglicherweise werde es an einigen Stellen, wie dem Frischebereich oder dem Weinhandel, ausgedehnt, in anderen Bereichen wie dem Textilgeschäft, jedoch gestrafft, hatte es geheißen.