Banken bleiben am Geldmarkt sehr vorsichtig
Frankfurt (Reuters) - Auch nach dem Inkrafttreten des Hilfspaketes für die Banken in Deutschland bleibt Händlern zufolge die Lage am Geldmarkt angespannt.
"Hier ist davon noch nicht viel zu spüren", sagte ein Händler am Montag. Zwar seien die Zinssätze etwas gesunken. Doch stocke die Umverteilung der Gelder unter den Banken nach wie vor. "Es gibt genug Geld, aber es wird nicht in Umlauf gebracht", erklärte ein Händler. Weiterhin hingen die Zinssätze für die Ausleihungen der Banken untereinander von der Adresse des Instituts ab. "Wir müssen erst sehen, welche Banken das Hilfspaket in Anspruch nehmen", sagte ein Händler.
Am Morgen beschloss das Bundeskabinett Eckpunkte des Hilfspaketes. Nun hoffen die Experten, dass durch die möglichen staatlichen Garantien das Vertrauen der Banken zueinander zurückkehrt. "Es wird aber dauern, bis das Vertrauen wiederhergestellt ist", warnte ein Händler. "Das braucht Zeit und Geduld."
Bei den Zinssätzen machten sich die Maßnahmen dagegen weiter bemerkbar. So fiel der Drei-Monats-Euribor zu Wochenbeginn auf 5,00 Prozent von 5,045 Prozent am Freitag. Der Satz ist für viele Banken auch ein Maßstab für Tagesgeldkonten. Die Spanne für die Tagesgeldsätze blieb mit 3,25 bis 3,50 Prozent ungewöhnlich hoch, wurde aber schon enger als am Freitag mit 3,20 bis 3,70 Prozent. Der Eonia-Referenzzins lag per Freitag bei 3,615 (Donnerstag 3,635) Prozent.
Ein Zeichen für das andauernde Misstrauen der Banken untereinander ist auch das Volumen, das die Banken bei der EZB übernacht anlegen, obwohl der Zins nicht sonderlich attraktiv ist. Per Sonntagabend parkten sie in diese sogenannte Einlage-Fazilität aber wieder mehr Geld denn jemals zuvor. Das Volumen stieg auf die Rekordsumme von 239 (Donnerstag 204) Milliarden Euro. Zugleich mussten die Banken bei der EZB 14 (13) Milliarden Euro an Übernacht-Krediten ausleihen. Für die Kredite müssen die Banken einen Zins von 4,25 Prozent berappen, für die Einlagen bekommen sie lediglich 3,25 Prozent.
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