Microsoft-Chef nicht an Yahoo interessiert

Freitag, 7. November 2008, 13:30 Uhr
 

Sydney (Reuters) - Microsoft-Chef Steve Balmer hat Spekulationen zurückgewiesen, wonach der weltgrößte Softwarekonzern den Internetkonzern Yahoo doch übernehmen will.

"Wir haben kein Interesse daran, zurückzugehen und noch einmal über eine Übernahme nachzudenken", sagte Balmer am Freitag in Sydney. Er glaube auch nicht, dass Yahoo einen solchen Zusammenschluss befürworten würde. "Wir haben ein Angebot gemacht, wir haben ein weiteres Angebot gemacht. Wir sind weitergegangen."

Microsoft hatte Yahoo im Mai eine Übernahmeofferte über 47,5 Milliarden Dollar unterbreitet, die das Internet-Unternehmen ablehnte. Daraufhin strebte Microsoft den Kauf eines 16-Prozent-Anteils und die Übernahme des Suchmaschinengeschäftes von Yahoo an. Als auch dieser Plan am Widerstand von Yahoo scheiterte, stoppte Microsoft die Verhandlungen. Erst im Oktober hatte der Konzern erklärt, man habe kein Interesse an einer Übernahme von Yahoo.

Zur Abwehrstrategie von Yahoo gehörte auch eine Kooperation mit Google im Anzeigengeschäft. Als Google diese Allianz am Mittwoch unter dem Druck der US-Kartellbehörde und der Werbebranche aufgab, kamen Spekulationen auf, Microsoft könne einen zweiten Anlauf für einen Kauf von Yahoo unternehmen. Zudem sagte Yahoo-Chef Jerry Yang am Mittwoch, eine Übernahme seiner Firma durch Microsoft sei noch immer die beste Option für den Software-Riesen.

Unterdessen berichtete das "Wall Street Journal", Microsoft wolle Google einen Auftrag von Verizon Wireless abjagen. Der Konzern biete dem US-Mobilfunkkonzern einen größeren Anteil der erwarteten Einnahmen aus einer möglichen Kooperation. Diese soll sich um mobile Suchfunktionen und damit verbundene Werbeanzeigen auf Handydisplays drehen. Bei den drei Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht zu erhalten.