American Express wird Bank - Teilnahme an Rettungspaket

Dienstag, 11. November 2008, 15:09 Uhr
 

New York/Washington (Reuters) - Als Folge der Finanzkrise weitet jetzt auch der Kreditkartenanbieter American Express sein Angebot aus und wird zu einer Geschäftsbank.

Somit hat der Konzern die Möglichkeit, an dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket der US-Regierung teilzunehmen. Zudem hofft American Express, seine Kreditkosten zurückzufahren. Aus ähnlichen Überlegungen waren im September bereits die US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley zu normalen Geschäftsbanken geworden.

Die US-Notenbank Fed habe die Zulassung als Bank bereits erteilte, gab American Express am Montag bekannt. "Angesichts der anhaltenden Schwankungen an den Finanzmärkten wollen wir in einer guten Position sein, um von den verschiedenen staatlichen Programmen zu profitieren", erklärte Firmenchef Kenneth Chenault. "Unter der Aufsicht der Fed, sollten wir besseren Zugang zum zur Verfügung stehenden Kapital haben."

Kreditkartenunternehmen kämpfen in der Finanzkrise an zwei Fronten. Einerseits müssen sie höhere Zinsen bezahlen, wenn sie sich Geld leihen. Zudem ist die Tür zum Anleihemarkt als Finanzierungsmittel quasi zu. Andererseits geht wegen der Flaute der Konsum und damit der Einsatz der Kreditkarten zurück. Viele US-Bürger können ihre Schulden nicht mehr bezahlen. Die Ausfallrate hat sich in den USA im dritten Quartal binnen Jahresfrist fast verdoppelt.

Investoren warnen jedoch davor, dass die Umwandlung in eine Bank nicht alle Probleme von American Express löst: Eine wachsende Anzahl von Häusern wollen in der Krise billig kleinere Banken aufkaufen und auf die Spareinlagen der Kunden zurückgreifen. "Da gibt es einen unheimlichen Wettbewerb", sagte Analyst Blake Howells von Becker Capital Management. American Express bietet neben seinen Kreditkarten über zwei Töchter bereits andere Bank- und Investmentdienstleistungen sowie Versicherungen an.