Lkw-Zulieferer kürzen Produktion und streichen Stellen
Hannover (Reuters) - Lkw-Zulieferer in Deutschland reagieren mit harten Einschnitten bei Produktion und Arbeitsplätzen auf den Einbruch der Branchenkonjunktur.
Der US-Nutzfahrzeugteile-Hersteller Wabco und der fränkische Konkurrent SAF-Holland streichen hunderte Stellen. Nach Einschätzung von Branchenexperten ist das aber nicht das Ende der Fahnenstange. "Es ist davon auszugehen, dass der Lkw-Absatz bis nächsten Herbst um bis zu 20 Prozent sinken wird", sagte Autoanalyst Frank Schwope von der NordLB am Mittwoch. Das könne zu einem Arbeitsplatzabbau in der gleichen Größenordnung führen. Eine Trendwende sei frühestens in einem Jahr zu erwarten.
Nachdem der weltgrößte Autozulieferer Bosch und der deutsche Branchenriese Continental angesichts des Auftragseinbruchs Kurzarbeit, verlängerte Werksferien und einen Abbau von Leiharbeitern angekündigt haben, ziehen die kleineren Betriebe nun nach.
Wabco streicht in seinen beiden großen Werken in Hannover und Gronau bei Hildesheim bis zu 600 der 2900 Stellen. "Auch die deutschen Standorte sind mit einem Auftragsrückgang von rund 25 Prozent konfrontiert", begründete Wabco-Deutschland-Chef Jürgen Heller den Schritt. Die Produktion von Sicherheitssystemen und Bremsen für Kunden wie Daimler, MAN und Volvowerde entsprechend zurückgefahren.
Bei der auf Achs- und Federungssysteme sowie Sattelkupplungen spezialisierten SAF-Holland soll die Zahl der Beschäftigten bis Jahresende weiter sinken, nachdem bereits 350 Zeitarbeiter gehen mussten. Daneben könnten auch ganze Fabriken dichtgemacht werden, hieß es. Die Aussichten seien wenig rosig, da der Auftragseingang Ende September unter dem Vorjahreswert lag, sagte Konzernchef Rudi Ludwig. Im dritten Quartal brach der Nettogewinn um 90 Prozent auf 1,1 Millionen Euro ein.
Der Münchener Brems- und Türsystemanbieter Knorr-Bremse hatte bereits Anfang Oktober angesichts eines erwarteten Auftragsrückgangs um 30 Prozent in Europa ein Sparprogramm angekündigt. Zu den konkreten Maßnahmen wollte sich ein Sprecher weiterhin nicht äußern. Auch kleinere Bieter wie der Achsen- und Fahrwerksystemanbieter BPW aus dem Bergischen Land kürzen die Produktion. "Wir haben bei weitem nicht mehr die Auslastung wie vor ein paar Monaten", sagte eine Sprecherin.
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