Altana kippt wegen Rezession Geschäftsziele 2008
Frankfurt (Reuters) - Der Konjunktureinbruch hat nun auch den Spezialchemiekonzern Altana mit voller Breitseite erwischt.
Die bisherigen Ergebnis- und Umsatzziele für dieses Jahr würden nicht mehr erreicht, musste das Unternehmen am Montag in Wesel am Niederrhein einräumen. Von der Rezession in weiten Teilen der Welt sei Altana inzwischen zunehmend betroffen. "Insbesondere in den letzten Wochen sind in den meisten Geschäftsbereichen Auftragsvolumen und Umsätze noch stärker als erwartet zurückgegangen", erklärte das Management. Altana will für dieses Jahr nun keinen weiteren Ausblick mehr geben.
Erst vor wenigen Wochen hatte Altana seine Jahresziele wegen der zunehmenden Konjunkturflaute erneut nach unten schrauben müssen. Dabei war nur noch ein Umsatz auf Vorjahresniveau oder leicht darüber in Aussicht gestellt worden. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollte bei rund 260 Millionen Euro liegen. Die ursprünglichen Jahresprognosen waren deutlich optimistischer.
"Wir erwarten für die kommenden Monate eine Fortsetzung der negativen Marktentwicklung", sagte Altana-Chef Matthias Wolfgruber. Das Unternehmen werde Kosten sparen und seine Effizienz steigern und sich damit auf schwierigere Zeiten einstellen. Dazu gehörten etwa der Abbau von Überstunden oder das Ausschöpfen von Arbeitszeitkonten. "Kurzarbeit ist momentan bei uns nicht geplant", sagte ein Sprecher.
Der durch die Finanzkrise verschärfte Wirtschaftseinbruch macht der Chemieindustrie immer stärker zu schaffen. Die Branche spiegelt die Konjunkturzyklen stets frühzeitig wider, da sie sämtliche Industriezweige beliefert. Auch der Branchenprimus BASF hatte unlängst der Wirtschaftskrise Tribut gezollt und sein Ergebnisziel zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen nach unten genommen. Zudem fährt der weltgrößte Chemiehersteller seine Produktion herunter und schließt auch Kurzarbeit nicht mehr aus. Auch DuPont und Celanese in den USA hatten ihre Prognosen revidiert.
Dank der Übernahmeofferte der Altana-Großaktionärin Susanne Klatten kam der Kurs der Altana-Aktie am Montag trotz der Gewinnwarnung kaum unter Druck. Der im Nebenwerteindex MDax notierte Titel büßte lediglich 0,23 Prozent auf 13,02 Euro ein. Die Klatten-Beteiligungsgesellschaft Skion bietet den Altana-Aktionären 13 Euro je Aktie. Klatten, die inzwischen mehr als 68 Prozent an Altana hält, will das Unternehmen nach der Komplettübernahme von der Börse nehmen. Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Altana unterstützen die Offerte, die noch bis zum 19. Dezember läuft. Die mit dem Ausbau der Beteiligung von Skion verbundenen Perspektiven seien vorteilhaft, erklärte Altana-Chef Wolfgruber.
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