Telecom Italia kündigt Jobabbau und Veräußerungen an
Rom (Reuters) - Die hoch verschuldete Telecom Italia will sich mit einem massiven Stellenabbau und dem Verkauf von Unternehmensanteilen im Volumen von fast drei Milliarden Euro für die Rezession rüsten.
Der fünftgrößte Telefonanbieter Europas stellte am Mittwoch Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts wie seine europäische Breitbandsparte zur Disposition. Verkaufspläne für seine deutsche Tochter Hansenet hatte der italienische Marktführer zuletzt im Oktober dementiert. Analysten zufolge ist der DSL-Anbieter aber in der neuen Strategie nicht als Kerngeschäft eingestuft.
Der Dreijahresplan sieht Einsparungen von zwei Milliarden Euro vor. 40 Prozent davon sollen bereits im kommenden Jahr zu Buche schlagen und damit den mit 37 Milliarden Euro verschuldeten Konzern in den Turbulenzen des Abschwungs entlasten. Dafür beschleunigt Telecom Italia seinen Stellenabbau und entlässt weitere 4000 Mitarbeiter. Mit der bereits angekündigten Streichung von 5000 Arbeitsplätzen schrumpft die Belegschaft damit bis 2011 um mehr als elf Prozent. Ende September beschäftigte Telecom Italia noch rund 80.000 Menschen.
Neben den Sparmaßnahmen und Verkäufen stützt sich die Strategie auf ein stabiles Wachstum auf dem Heimatmarkt sowie in Brasilien, wo die Tochter TIM Participacoes in den vergangenen Jahren die besten Raten der gesamten Gruppe erzielt hat. Telecoms Großaktionär Telefonica ist hier jedoch seinerseits aktiv und gilt damit zumindest langfristig als potenzieller TIM-Käufer. Die Italiener wollen sich auch stärker in Argentinien engagieren, dagegen das Geschäft in Kuba gänzlich abgeben. Seine Netzwerk-Sparte bezeichnete der Konzern als Teil des Kerngeschäfts. Hier sei man aber offen für Synergien.
Telecom Italia erwartet für das kommende Jahr kein Umsatzwachstum mehr, will aber zumindest das Niveau von 2008 halten. Dennoch soll bis 2011 ein durchschnittliches Plus von jährlich mehr als zwei Prozent erreicht werden. Mit der Dreijahresstrategie will Telecom Italia den Spitzenplatz als Unternehmen mit der höchsten Schuldenquote unter der gesamten europäischen Konkurrenz verlieren.
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