Sparkassen dringen wegen neuer WestLB-Risiken auf Konsolidierung

Montag, 22. Dezember 2008, 11:41 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Die Sparkassen als Miteigentümer der WestLB dringen angesichts der Pläne des Instituts, weitere Papiere mit einem Volumen von rund 50 Milliarden Euro aus der Bilanz auszugliedern, auf rasche Zusammenschlüsse von Landesbanken.

Zwar stünden die Institute hinter Forderungen, weitere Risiken aus den Bilanzen von Landesbanken zu nehmen, hieß es am Montag im Umfeld der Sparkassen. Doch dürfe dies kein "weiter wie bisher" bedeuten, sondern müsse mit Konsolidierungsschritten einhergehen.

WestLB-Chef Heinz Hilgert hatte angekündigt, zusätzlich zu riskanten Wertpapieren mit einem Volumen von rund 23 Milliarden Euro, für die die Eigentümer der Bank unter Führung des Landes Nordrhein-Westfalen bereits mit fünf Milliarden Euro bürgen, weitere Risiko-Papiere auslagern zu wollen. In Interviews sagte er, dafür könnten die Eigner bürgen. Zudem unterstützte er die Idee einer sogenannten "Bad Bank", die Risiko-Papiere übernehmen könne. Allein die WestLB könne problembehaftete Wertpapiere und Kredite mit einem Volumen von 50 Milliarden Euro in eine solche Bank einfließen lassen, sagte er dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Damit würden sich die Risiko-Aktiva der WestLB, die ausgelagert sind oder aus der Bilanz genommen werden sollen, auf eine Summe von knapp 75 Milliarden Euro summieren.

Die Sparkassen hatten schon reserviert auf Forderungen nach neuen Garantien der Institute für die WestLB reagiert. Der Präsident der rheinischen Sparkassen, Michael Breuer, erklärte etwa, die Auslagerung von Aktiva sei zwar ein "bedenkenswerter Weg". Bei der Abschirmung teile er aber die Auffassung, dass der Finanzmarktstabilisierungsfonds des Bundes (SoFFin) eine zentrale Rolle spielen solle.

Die EU-Kommission wertet die bereits bestehende Fünf-Milliarden-Bürgschaft der Eigner für die WestLB als öffentliche Beihilfe und hatte die Bank unter anderem aufgefordert, neue Eigner zu präsentieren und ihre Bilanzsumme deutlich zu verringern. Die WestLB verhandelt unter anderem mit der Frankfurter Deka über die Zusammenlegung von Aktivitäten. Die Deka geht aber nicht von einer raschen Einigung aus. Deshalb hatte die WestLB bei der EU-Kommission eine Atempause verlangt und erreicht, dass die Brüsseler Wettbewerbshüter die Frist für einen Eigentümerwechsel über das ursprüngliche Zieldatum Jahresende hinaus um drei Monate verlängern. Die WestLB verhandelt zudem mit der SoFFin über Hilfen des Bundes.