Opel lockt in der Krise mit Preissenkungen

Montag, 5. Januar 2009, 19:41 Uhr
 

München (Reuters) - Der angeschlagene Autobauer Opel versucht die Kundschaft in der weltweiten Absatzkrise mit Preissenkungen zu locken.

Zu Jahresbeginn seien die Preise für rund 80 Prozent der Opel-Modelle reduziert worden, sagte Vertriebschef Thomas Owsianski in einem am Montag verbreiteten Interview mit dem Internet-Portal "Autogazette". "Es ist nicht leicht, die seit Monaten anhaltende Kaufzurückhaltung im Automobilgeschäft zu überwinden", sagte Owsianski. Die Modelle Astra, Corsa, Zafira und Meriva des zum kriselnden US-Konzern General Motors gehörenden Autobauers wurden nach Angaben eines Sprechers teilweise um gut acht Prozent billiger.

Konkurrenten wie Volkswagen, BMW oder Daimler hatten dagegen trotz sinkender Verkaufszahlen die Preise erhöht, um gestiegene Kosten etwa für Material und Produktion an die Kunden weiterzureichen. Zum Listenpreis gehen allerdings derzeit nicht viele Neuwagen an den Kunden. Händler werben vielfach aggressiv mit Rabatten oder nutzen sogenannte Tageszulassungen, um praktisch neue Fahrzeuge als Gebrauchtwagen zu verkaufen.

Der Autoverband VDA erwartete zuletzt für das vergangene Jahr einen Absatzeinbruch auf knapp 3,1 Millionen Fahrzeuge in Deutschland. Für 2009 rechnet der VDA mit einem weiteren Rückgang auf rund 2,9 Millionen Pkw.

Die bayerischen Autobauer BMW und Audi hatten im vergangenen Jahr zweimal an der Preisschraube gedreht. Die Audi-Mutter VW verlangt seit November in Deutschland knapp ein Prozent mehr für einige Modelle. Daimler schlug Anfang 2009 bei seiner Kernmarke Mercedes-Benz 1,9 Prozent auf.