Arques verkauft ddp und drei andere Beteiligungen an Ex-Chefs

Donnerstag, 22. Januar 2009, 17:18 Uhr
 

München (Reuters) - Die zuletzt glücklose Beteiligungsgesellschaft Arques hat gleich vier ihrer Unternehmen an den Konkurrenten BluO veräußert.

Der Paketverkauf habe ein Transaktionsvolumen von 30 Millionen Euro, 20 Millionen würden Arques in bar zufließen, teilte der Starnberger Konzern am Donnerstag mit. Verkauft wurden der in der Elektrotechnik tätige BEA Unternehmensverbund, die Nachrichtenagentur ddp, der italienische Pack- und Klebebandproduzent Evotape sowie das schweizerische Spezialchemieunternehmen Rohner. Sie alle wurden vor einigen Jahren zu einem symbolischen Preis übernommen.

Hinter BluO verbergen sich die beiden ehemaligen Arques-Chefs Peter Löw und Martin Vorderwülbecke. Das Münchner Unternehmen hat nach eigenen Angaben rund 300 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt. Wie Arques will BluO sich auf den Kauf von sanierungsbedürftigen Firmen spezialisieren, deren Zahl in der momentanen Rezession steigen dürfte.

Arques ist darauf spezialisiert, Firmen in Notsituationen zu übernehmen und nach der Sanierung mit Gewinn wieder abzustoßen. Vergangenes Jahr mussten die Starnberger aber mehrmals mit hohen Verlusten aussteigen. Im Portfolio sind noch 18 Beteiligungen. Davon seien bis zu vier bald verkaufsfähig, sagte Vorstand Felix Frohn-Bernau Reuters.

Arques-Chef Michael Schumann sagte Reuters, es handele sich nicht um einen Notverkauf. BluO habe das beste Angebot auf den Tisch gelegt. BluO kenne über Löw und Vorderwülbecke die Firmen sehr gut und habe vermutlich deswegen mehr geboten als andere Interessenten.

An der Börse fielen Arques-Aktien um 0,5 Prozent auf 1,84 Euro.