Schaeffler-Mitarbeiter demonstrieren für Staatsbürgschaften

Freitag, 13. Februar 2009, 13:05 Uhr
 

Hannover (Reuters) - Mitarbeiter des angeschlagenen fränkischen Wälzlagerherstellers Schaeffler wollen an diesem Freitagnachmittag mit einer Demonstration ihrer Forderung nach Staatshilfe Nachdruck verleihen.

"Wir wollen, dass der Staat dem Unternehmen die Zeit der Wirtschaftskrise mit Bürgschaften überbrücken hilft", sagte Tobias Rienth, Betriebsrat der Schaeffler-Tochter LuK. Weitere Mitarbeiter-Aktionen sind für Mittwoch geplant, wenn der Wirtschaftsausschuss von Schaeffler Arbeitnehmervertreter über den Stand der Dinge informiert.

Unterdessen kommen aus Berlin zunehmend positive Signale. SPD-Fraktionschef Peter Struck, die SPD-Abgeordnete aus Erlangen, Renate Schmidt, sowie Betriebsräte und Lokalpolitiker hatten nach einem Treffen in Berlin erklärt: "Staatliche Hilfen für Arbeitsplätze bei Schaeffler sind unter Bedingungen möglich." Die SPD fordert neben einem tragfähigen Sanierungskonzept unter anderem eine größere Transparenz der Schaeffler-Gruppe und mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer. Mit dieser Haltung zeichnet sich eine Kehrtwende bei dem Berliner Koalitionspartner ab, der sich anders als die Union bisher sehr kritisch zum Thema Schaeffler-Staatshilfen geäußert hatte. Ende Januar hatte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) noch betont: "Es ist nicht Aufgabe des Staates, in solchen Fällen einzugreifen, in denen unternehmerische Entscheidungen möglicherweise nicht durchdacht genug waren."

Auch am Aktienmarkt sorgte die SPD-Initiative für neue Hoffnung. Die Aktien der Schaeffler-Beteiligung Continental lagen mit einem Plus von bis zu 8,3 Prozent auf 16,49 Euro an der Spitze der Gewinnerliste im Nebenwerte-Index MDax. "Durch die Initiative der SPD scheint Bewegung in die Sache zu kommen", sagte ein Händler. "Das hilft der Aktie."

Schaeffler hat sich mit der Übernahme des größeren Konkurrenten Continental auf Pump verhoben. Kreisen zufolge brauchen die Franken nun vier bis fünf Milliarden Euro. Der fränkische Familienkonzern hatte sich mangels einstiegswilliger Investoren mit einem Hilferuf an die Politik gewandt. Vor wenigen Tagen hatte sich die Eigentümerfamilie erstmals bereiterklärt, Teile ihrer Firma zu verkaufen, um damit die Verschuldung der Schaeffler-Gruppe zu senken.