Kreise: Swiss Life vor Rückzug bei MLP
Zürich (Reuters) - Der Schweizer Lebensversicherer Swiss Life steht Kreisen zufolge vor einem Teilrückzug beim deutschen Finanzmakler MLP.
"Swiss Life wird seine Beteiligung an MLP unter zehn Prozent reduzieren und versuchen, ein neues Vertriebsabkommen abzuschließen", sagte eine mit der Situation vertraute Person am Donnerstag. MLP hat den Verkauf von Swiss-Life-Produkten eingestellt, nachdem die Schweizer ihren Einstieg mit 24 Prozent öffentlich gemacht hatten. Swiss Life und MLP lehnten eine Stellungnahme ab.
Für eine Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen hatte MLP einen Abbau der Beteiligung zur Bedingung gemacht. Als Signal hatte Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg einen Rückzug auf weniger als 20 Prozent gefordert. "MLP ist nicht vorstellbar unter dem Dach eines Versicherers", hatte er am Mittwoch einer engeren Anbindung an Swiss Life und den alten Rivalen AWD eine erneute Absage erteilt. Er fürchtet um den Ruf von MLP als unabhängiger Makler. Seine Forderung könnte bald erfüllt werden: Mit einer Ankündigung sei "eher früher als später" zu rechnen, hieß es in den Kreisen.
Eine Beteiligung von weniger als zehn Prozent würde dem MLP-Vorstand Finanzkreisen zufolge genügen. Er hatte zur Abwehr von Swiss Life bereits die Versicherer Allianz (6,27 Prozent) und Axa (4,72) ins Boot geholt. Gespräche von Swiss Life mit dem MLP-Vorstand habe es zuletzt jedoch nicht gegeben, verlautete aus Kreisen.
Swiss Life hatte das MLP-Paket im August von AWD-Chef Carsten Maschmeyer erworben, nachdem die Schweizer den deutschen Finanzdienstleister geschluckt hatten. Maschmeyer hatte die Aktien im Verborgenen zusammengekauft, um seinem Traum von einer Fusion mit MLP näherzukommen. Auch Swiss Life hatte anfangs große Hoffnungen in eine engere Zusammenarbeit mit dem auf Akademiker spezialisierten Finanz- und Versicherungsmakler gesetzt.
Doch inzwischen hat sich die Beteiligung zunehmend als Klotz am Bein erwiesen. Sie gilt als ein Grund für den Absturz der Aktie, die auch unter der Unsicherheit über einen möglichen weiteren Abschreibungs- und Kapitalbedarf leidet; Swiss Life hat seit Jahresbeginn 40 Prozent des Börsenwertes verloren, nachdem der Kurs bereits 2008 um ein Viertel nachgegeben hatte.
Am Donnerstag legte die Aktie um 5,7 Prozent zu. "Swiss Life sucht Wege, um an Geld zu kommen", sagte ein Schweizer Händler. MLP-Papiere brachen dagegen um weitere sechs Prozent ein, weil mit einem Ausstieg von Swiss Life für die Aktionäre die Übernahmefantasie weicht.
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