Ehemaliger Hypo-Real-Estate-Chef klagt auf Gehaltsnachzahlung

Donnerstag, 26. Februar 2009, 19:43 Uhr
 

München (Reuters) - Der ehemalige Chef von Hypo Real Estate, Georg Funke, hat den schwer angeschlagenen Immobilienfinanzierer auf eine Gehaltsnachzahlung von insgesamt 150.000 Euro verklagt.

Funke fordere die Auszahlung seines Gehalts für Dezember und Januar, sagte ein Sprecher des Landgerichts München I am Donnerstag. In einer zweiten Klage verlange Funke, dass sein Anstellungsverhältnis weitergeführt werde.

Funke war im Oktober 2008 nach harscher Kritik an seinem Krisenmanagement zurückgetreten. Der ehemalige Dax-Konzern hatte zweimal binnen weniger Tage mit milliardenschweren Finanzhilfen vor dem Aus gerettet werden müssen. Mittlerweile stützen der Bund und ein Bankenkonsortium das Münchner Institut mit über 102 Milliarden Euro.

Funke war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Neben Funke habe auch Ex-Finanzvorstand Markus Fell gegen seine Entlassung geklagt, erklärte der Gerichtssprecher. Ex-Vorstand Frank Lamby verlange die Ausbezahlung seiner Versorgungsansprüche. Ein Sprecher der Hypo Real Estate wollte sich zu den Klagen nicht äußern.

Für die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) stellen die Klagen der Ex-Manager eine "beispiellose Instinktlosigkeit dar". Diese hätten die Bank in eine Existenzkrise gebracht, die indirekt den gesamten deutschen Finanzsektor bedrohe. "Den Herren fehlt offensichtlich jegliche Spur von Moral", sagte DSW-Geschäftsführer Ulrich Hocker.