Kreise - Chinesische Staatsfirma Inspur könnte Qimonda retten

Montag, 16. März 2009, 11:12 Uhr
 

München (Reuters) - Die chinesische Staatsfirma Inspur könnte Kreisen zufolge den insolventen Chiphersteller Qimonda vor dem endgültigen Aus bewahren.

Das asiatische IT-Unternehmen habe signalisiert, sich mit einem Minderheitsanteil bei der Infineon-Tochter engagieren zu wollen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Montag zu Reuters. Auch die "Financial Times Deutschland" berichtete in ihrer Montagausgabe von einem Rettungsangebot der Chinesen.

Knackpunkt sei allerdings eine staatliche Beteiligung, die Inspur als Bedingung für einen Einstieg verlange, hieß es von den Insidern. Während Portugal bereit sei, 14 Prozent an einer gesellschaftsrechtlich neu formierten Qimonda zu übernehmen, zeige sich vor allem Sachsen weiter reserviert. Die EU hatte signalisiert, im Falle eines Investoreneinstiegs rasch über Hilfen zu entscheiden.

Eine weitere mögliche Variante sei, dass sich neben den Chinesen ein oder mehrere weitere asiatische Investoren an Qimonda beteiligen, hieß es. Die bisherige Konzernmutter Infineon spiele bei den Überlegungen aufgrund eigener klammer Kassen keine Rolle mehr. Allerdings verhandele Insolvenzverwalter Michael Jaffé auch noch mit weiteren Interessenten.

Die Akteure müssen sich allerdings bis Ende März festlegen, da sonst der Insolvenzrichter am 1. April voraussichtlich die Liquidierung des einzigen europäischen Speicherchipherstellers einleiten wird. Die Gläubiger von Qimonda hatten sich am Freitag dazu entschlossen, das Dresdner Hauptwerk des Unternehmens herunterzufahren und für die meisten der inländischen Beschäftigten eine Transfergesellschaft aufzustellen. Mit einer Rumpfmannschaft soll die hauseigene Produktionstechnik namens "Buried Wordline" erhalten werden. Im Fall einer Rettung kann der sächsische Standort die Produktion sofort wieder aufnehmen.

Qimonda hatte nach dem Platzen eines staatlichen Rettungspaket Ende Januar Insolvenz beantragt. Das Unternehmen leidet seit längerem unter dem starken Preisverfall für DRAM-Chips, die als Arbeitsspeicher vor allem in Computern und Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Derzeit beschäftigt Qimonda weltweit knapp 12.000 Mitarbeiter, davon 4600 in Deutschland. Im Inland haben aber bereits gut 1500 Menschen im Zuge einer bereits eingeleiteten Stellenstreichung ihre Kündigung erhalten.