Dell verhalten optimistisch für zweites Quartal

Dienstag, 14. Juli 2009, 15:26 Uhr
 

Austin (Reuters) - Der weltweit zweitgrößte PC-Hersteller Dell hat sich verhalten optimistisch zu seinem Ergebnis im zweiten Quartal geäußert.

Der Umsatz für die drei Monate bis Ende Juli werde zwar leicht höher liegen, dafür werde die Gewinnmarge aber etwas niedriger ausfallen, teilte der US-Konzern nach Börsenschluss am Montag mit. Gründe dafür seien höhere Kosten für Komponenten, ein Preiskampf auf dem Markt und eine für Dell ungünstige Nachfragentwicklung. Diese entwickle sich hin zu billigeren Computern wie Netbooks.

Die Dell-Aktien notierten nachbörslich drei Prozent tiefer bei 12,61 Dollar.

Dell strebt langfristig eine Umsatzsteigerung von fünf bis sieben Prozent, einen operativen Gewinn von sieben Prozent oder höher des Umsatzes und einen Kapitalfluss über dem Netto-Gewinn an. "Wir glauben weiterhin, dass die Kunden ihre Käufe im IT-Bereich aufschieben", erklärte Finanzchef Brian Gladden. Die Nachfrage werde aber zu einem bestimmten Zeitpunkt auf ein normales Niveau zurückkehren. Derzeit variiere die Nachfrage nach Dell-Produkten zwischen Segmenten und Regionen.

Dell liegt hinter Hewlett-Packard weltweit an Platz Zwei der PC-Hersteller, die alle unter dem Nachfrageeinbruch nach Technologie während der globalen Rezession leiden. Nach Angaben von Analyst Shaw Wu von der Investmentbank Kaufman Bros ist der Dell-Ausblick etwas unter dem ausgefallen, was an der Wall Street erwartet worden war. Dort sei nicht nur mit einem leicht höheren Umsatz, sondern mit einem Anstieg von zwei Prozent gerechnet worden.

Fachleute prognostizierten, dass der PC-Hersteller noch in diesem Jahr einen Konkurrenten übernimmt, um sich breiter aufzustellen. Potenzielle Kandidaten dafür seien neben Acer der Smartphone-Hersteller Palm, der Storage-Spezialist NetApp oder der IT-Dienstleister Computer Sciences.

Im ersten Quartal war der Gewinn von Dell um mehr als 60 Prozent auf 290 Millionen Dollar eingebrochen. Der Umsatz sank in dem Quartal bis Ende April um rund ein Viertel auf 12,3 Milliarden Dollar. Der weltweite PC-Absatz war nach Daten der Marktforschungsfirma Gartner im ersten Quartal um 6,5 Prozent auf 67,2 Millionen Rechner geschrumpft. Besonders betroffen war Dell, vor allem wegen seiner starken Abhängigkeit von Firmenkunden und der Schwäche auf seinem US-Heimatmarkt. Derzeit muss Dell fürchten, auf dem globalen PC-Markt hinter Acer auf den dritten Platz zurückzufallen.