Kreise: Kabel Deutschland prüft Kauf des Kabelbetreibers Pepcom

Freitag, 11. September 2009, 11:10 Uhr
 

München (Reuters) - Kabel Deutschland (KDG) lotet derzeit Behörden- und Unternehmenskreisen zufolge beim Bundeskartellamt seine Chancen für eine Übernahme des Münchner Kabelnetzbetreibers Pepcom aus.

"KDG befindet sich wegen Pepcom derzeit in Vorgesprächen mit dem Bundeskartellamt", sagte eine mit der Situation vertraute Person zu Reuters am Freitag. Deutschlands größter Kabelnetz-Konzern wolle in den Gesprächen prüfen, ob ein Kauf der Pepcom oder einzelner Teile mit dem Wettbewerbsregeln vereinbar wäre. Bei kartellrechtlich schwierigen Übernahmen ist es üblich, schon im Vorfeld eventuell auftretende Probleme zu klären. Eine Person aus dem Umfeld des Unternehmens bestätigte die Gespräche. Das Bundeskartellamt und KDG wollten keine Stellungnahme abgeben.

Pepcom-Geschäftsführer Martin Bilger sagte, dass es derzeit weder Verkaufsverhandlungen noch -vereinbarungen mit KDG gebe. Er könne jedoch nicht für die Hauptgesellschafter Veronis Suhler Stevenson und GMT Communications sprechen, die zusammen 80 Prozent an Pepcom halten. Bei den beiden Finanzinvestoren war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Pepcom zählt nach eigenen Angaben in Deutschland gut eine halbe Million Kunden. 2007 fielen bei 62 Millionen Euro Umsatz 6,1 Millionen Euro Verlust an.

KDG schaut sich derzeit unter den kleineren Kabelnetzbetreibern nach Übernahmemöglichkeiten um. Im Visier ist auch der hoch verschuldete Berliner Konkurrent Tele Columbus. Mit neun Millionen Kunden verbuchte KDG im vergangenen Geschäftsjahr 1,37 Milliarden Euro Umsatz und einen Fehlbetrag von 72 Millionen Euro. Besitzer des Münchener Unternehmens ist die Beteiligungsgesellschaft Providence.