IAA: Umwelthilfe fordert von Autoindustrie mehr Hybrid-Autos
Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Umwelthilfe fordert von der hiesigen Autoindustrie mehr Anstrengungen zur Entwicklung verbrauchsärmerer Fahrzeuge.
Die gegenwärtige Euphorie über Elektroantriebe sei übertrieben, sagte der Geschäftsführer der Umweltorganisation, Jürgen Resch, am Mittwoch vor Beginn der weltgrößten Automesse IAA in Frankfurt. "Elektromobilität ist auf Jahre hinaus nicht alltagstauglich." Die Ankündigung von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen sei derzeit "nicht seriös".
Serienreif sind dagegen inzwischen Hybrid-Antriebe aus Elektro- und Verbrennungsmotoren, wie Resch betonte. Allerdings seien diese Fahrzeuge in der Anschaffung noch zu teuer. Für Hybrid-Varianten verlangten beispielsweise Mercedes-Benz und BMW Aufpreise zwischen 10.000 und 26.000 Euro. "Das sind reine Placebo-Fahrzeuge", kritisierte Resch. Es habe bei den deutschen Autoherstellern in den vergangenen Jahren "nur kleine Fortschritte" in Richtung umweltverträglicherer Fahrzeuge und verbrauchsärmerer Antriebe gegeben. Audi etwa habe schon vor vier Jahren die Markteinführung eines Hybrid-Modells in Aussicht gestellt, diese Ankündigung aber bis heute nicht umgesetzt.
Die Umwelthilfe kritisierte zudem, dass die Verbrauchsangaben der Hersteller für ihre Fahrzeuge tendenziell zu niedrig seien. Bei den Testfahrten werde die Lichtmaschine abgeklemmt oder der Reifendruck stark erhöht, um den Treibstoffverbrauch zu drücken. Die Autofahrer würden dadurch getäuscht. Eine staatliche Kontrolle der Herstellerangaben zum Kraftstoffverbrauch finde nur in Einzelfällen statt. Die deutschen Autobauer versuchten zudem, die ab 2011 von der EU geplante Einführung neuer Klimaanlagen mit umweltfreundlicheren Kältemitteln zu verhindern oder zu verzögern.
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