Heidelberger-Druck-Chef sieht derzeit keine Chance auf Fusionen

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 07:28 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Vorstandschef von Heidelberger Druck sieht nach dem Scheitern eines Zusammenschlusses mit Manroland derzeit keine Chancen auf eine Fusion.

"Grundsätzlich denke ich nicht, dass unsere Banken und Bürgen die zusätzlichen Risiken potenzieller Kooperationen und Fusionen mittragen würden", sagte Bernhard Schreier der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe) in einem Interview.

Konkret äußerte sich Schreier nicht zum kleineren Rivalen Manroland. Kreisen zufolge hatten die beiden Druckmaschinenbauer Gespräche über eine Fusion geführt, die Manroland am Montag aber für beendet erklärte. Offiziell waren weder die Gespräche noch deren Scheitern bestätigt worden.

Schreier schließt aber nicht aus, mit Koenig & Bauer (KBA)- der Nummer drei am Weltmarkt - zusammenzuarbeiten, wie er der Zeitung sagte. "Unsere Überlegungen mit KBA bewegen sich unter anderem auf dem Gebiet möglicher Fabrikationsvereinbarungen."

Generell sehe er Heidelberger Druck aber auch alleine stark genug. Das Unternehmen habe seine Hausaufgaben gemacht. "Unsere Kostensenkungsmaßnahmen sind im Plan. Wir werden dieses Geschäftsjahr bereits unser Einsparziel für nächstes Jahr von rund 400 Millionen Euro knapp erreichen, außerdem haben wir unsere Kreditlinien bis Mitte 2012 gesichert", sagte Schreier. Der verlustreiche Konzern, der mit Staatshilfen gestützt wird und vor einem Stellenabbau steht, hatte am Freitag vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlicht und dabei keine Besserungstendenzen für den Markt ausgemacht.