Nivea-Konzern Beiersdorf profitiert von Rabattaktionen

Dienstag, 3. November 2009, 13:21 Uhr
 

Hannover (Reuters) - Mit Rabattaktionen hat der Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf wieder mehr Kunden für seine Nivea-Hautcremes und 8x4-Deos gewonnen.

Trotz eines insgesamt rückläufigen Geschäfts blickt das Unternehmen daher optimistischer in die Zukunft. Für 2009 seien etwas höhere Renditen zu erwarten als bislang in Aussicht gestellt, sagte Konzernchef Thomas Quaas am Dienstag. "Wir wollen 2010 bei Umsatz und Ergebnis über 2009 liegen", ergänzte er. Anleger honorierten dies mit Kursgewinnen von vier Prozent, womit die Aktie zu den größten Gewinnern im Dax gehörte.

Beiersdorf hatte Kunden in Deutschland im Sommer bei einem Einkauf im Wert von mehr als fünf Euro drei Euro geschenkt. "Das war eine intelligente Art des Marketings in einer Zeit, in der Konsumenten verstärkt auf Preise schauen", analysierte DZ-Bank-Branchenexperte Heinz Müller. Konkurrenten wie L'Oreal und Henkel hätten mit einer verstärkten Werbekampagne in Printmedien weniger Erfolg gehabt. In Folge der Marketingkampagne habe sich der Marktanteil der Kernmarke Nivea in Deutschland auf 14 Prozent erhöht, sagte Quaas. "Das ist doppelt so hoch wie der der nächstgrößten Einzelmarke."

Trotz Zuwächsen im dritten Quartal ging der Umsatz per Ende September im Konzern auf 4,4 (Vorjahr: 4,5) Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank auf 435 (548) Millionen Euro, der Überschuss auf 289 (402) Millionen. Das war allerdings deutlich mehr, als Analysten Beiersdorf zugetraut hatten.

Während die Kosmetik-Verkäufe von Beiersdorf - um Firmenverkäufe bereinigt - in Westeuropa um 4,5 Prozent einbrachen, stiegen sie in Deutschland um 3,4 Prozent, in Wachstumsmärkten wie China und Lateinamerika sogar zweistellig. In Summe betrug das Plus knapp ein Prozent.

In China profitierte Beiersdorf erneut von seiner 2007 erworbenen Tochter C-Bons, über die der Konzern im Handel stärker präsent ist als manche ausländische Rivalen.

Auch im Klebstoff-Segment, das zuletzt schwer von der Autoabsatzkrise getroffen wurde, läuft es inzwischen wieder besser. "Tesa spürt eine generelle Trendwende", sagte Konzernchef Thomas Quaas. Besonders in Asien sei eine Erholung zu spüren. Trotz Zuwächsen im dritten Quartal lagen die Erlöse nach neun Monaten aber noch 17 Prozent unter Vorjahr. Eine Ausweitung der Sparprogramme, die zur Ergebnisstabilisierung wesentlich beitrugen, sei nicht geplant, sagte Quaas.

Für den Geschäftsbereich Kosmetik - hierauf entfallen gut vier Fünftel des Geschäfts - erwartet Beiersdorf 2009 nun eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern von etwa elf (bislang: mehr als zehn) Prozent. Das Klebstoff-Segment werde dank des wieder angesprungenen Industriegeschäfts eine Marge von mindestens zwei Prozent erwirtschaften. Konzernweit soll die Ebit-Rendite im Gesamtjahr bei rund zehn Prozent liegen, die Nachsteuer-Rendite bei mehr als sechs Prozent.