Schwache Währungen und Preiskampf setzen Metro zu
Düsseldorf (Reuters) - Der weltweit viertgrößte Handelskonzern Metro hat im dritten Quartal wegen schwacher Währungen in seinen osteuropäischen Wachstumsmärkten erneut an Umsatz eingebüßt und stellt sich auf anhaltend schwierige Zeiten ein.
Im wichtigen Schlussquartal sei keine Trendwende zu erwarten, sagte Metro-Chef Eckhard Cordes am Dienstag in Düsseldorf. Das Geschäft sei im August und September schwierig gewesen und ähnlich habe auch das vierte Quartal begonnen. Cordes scheute weiter eine Prognose für das Gesamtjahr und gab auch keine für das Weihnachtsgeschäft.
Im abgelaufenen Vierteljahr ging der Konzernumsatz um knapp fünf Prozent zurück auf 15,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) blieb dank des Sparprogramms mit 357 (Vorjahreszeitraum: 361) Millionen Euro nahezu stabil - die Aufwendungen für den Konzernumbau herausgerechnet. Analysten hatten Metro weniger zugetraut, nachdem der Konzern im ersten Halbjahr noch einen Ergebnisrückgang von 20 Prozent zu verkraften hatte. Der Aktie verhalfen die Nachrichten zeitweise zu einem Plus von fast drei Prozent.
Neben den Währungseffekten machen Metro die stagnierenden oder gar sinkenden Lebensmittelpreise zu schaffen. "Real leidet unter dem brutalen Wettbewerb der Discounter in Deutschland", sagte Cordes. Preisdruck spüren auch die Großhandelsmärkte (Cash & Carry). Andererseits setzen diese zunehmend auf günstige Eigenmarken, um die Renditen in die Höhe zu treiben. Durch steigende Arbeitslosenzahlen im Zuge der Wirtschaftskrise könnten die Belastungen für den Handel weiter steigen, warnte Cordes.
Zugleich unterstrich der Metro-Chef jedoch, der Konzern entwickele sich besser als die Konkurrenz. In allen Ländern, in denen Metro präsent sei, seien Marktanteile gewonnen worden. Stark entwickelten sich Cordes zufolge die Elektronikketten Media Markt und Saturn. Hier sei Metro "bewusst preisaggressiv".
SPARPROGRAMM ZEIGT WIRKUNG
Auch der Konzernumbau beginne zu greifen, sagte Cordes. Durch ihn will Metro die Kosten senken und den Umsatz erhöhen. Insgesamt soll das Programm bis 2012 das Ergebnis bis zu rund 1,5 Milliarden Euro verbessern. Kurzfristig ist der Konzernumbau jedoch teuer: Die Aufwendungen belaufen sich auf rund 650 Millionen Euro, davon rund 350 Millionen allein 2009. Im Quartal habe das Programm 70 Millionen Euro zum Ergebnis beigesteuert, erläuterte der neue Finanzchef Olaf Koch. Im Wesentlichen kommen die Einsparungen aus dem Abbau von Stellen. Bislang sind knapp 5000 Arbeitsplätze abgebaut worden, insgesamt sollen es konzernweit 15.000 werden, eventuell sogar mehr.
Die Geschäfte sollen etwa mit neuen Sortimenten und gezielterer Werbung angekurbelt werden. In Deutschland ging der Umsatz zuletzt vergleichsweise moderat um 1,8 Prozent zurück. Bereinigt um veräußerte Geschäfte war er sogar stabil, ebenso wie in den ersten neun Monaten. Media Markt mit seiner Jubiläumsaktion und Saturn glichen hier die rückläufigen Umsätze von Cash & Carry, Real und Kaufhof aus. Metro schlägt sich damit insgesamt besser als der deutsche Einzelhandel, der nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von Januar bis September 2,6 Prozent weniger erlöste als im Vorjahreszeitraum, real 2,2 Prozent weniger.
An ausgewählten Karstadt-Häusern des insolventen Konkurrenten Arcandor bleibt Cordes interessiert. Metro habe aber noch keinen Einblick in die Bücher erhalten und deshalb kein Angebot abgegeben. Zum jetzigen Zeitpunkt sei schwer zu sagen, wie viele Häuser für Metro sinnvoll seien. Im Frühjahr hatte der Konzern noch von 60 Filialen gesprochen, die infrage kämen.
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