Opel-Beschäftigte stimmen Sparplänen von Magna zu
Frankfurt (Reuters) - Die Opel-Arbeitnehmer haben nach zähen Verhandlungen den Sparplänen des designierten Eigentümers Magna zugestimmt.
Die europaweit rund 50.000 Beschäftigten sollen unter anderem über Lohnkürzungen jährlich 265 Millionen Euro an Kostensenkungen beitragen. Im Gegenzug erhalten sie eine Beteiligung von zehn Prozent an dem neuen Opel-Unternehmen und entsprechende Stimmrechte im Aufsichtsrat, wie der Betriebsrat am Dienstag mitteilte.
Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sprach von schmerzhaften Einschnitten für die Beschäftigten. "Mit der Vereinbarung haben wir eine Verpflichtung eingelöst und unseren Beitrag geleistet, damit der Vertrag zwischen Magna und General Motors unterschrieben werden kann", sagte er.
Die Vereinbarung ist ein wichtiges Etappenziel bei der Sanierung des Verluste schreibenden Autobauers, die die voraussichtlich neuen Eigentümer Magna und Sberbank in Angriff nehmen müssen. Zuletzt hatten sich vor allem die Beschäftigten in Großbritannien und Spanien gegen die Forderungen gesperrt. Sie hatten sich durch ein Entgegenkommen von Magna jedoch umstimmen lassen. Magna will europaweit rund 10.000 Stellen abbauen und prüft eine Schließung des Werks in Antwerpen.
Noch ist der Verkauf keine beschlossene Sache. Der Verwaltungsrat von General Motors will im Tagesverlauf erneut darüber beraten. Grund sind Bedenken der EU-Kommission, die von Deutschland und anderen europäischen Regierungen gewährte Staatshilfe über 4,5 Milliarden Euro könnte an die Bedingung geknüpft sein, dass Magna bei Opel zum Zug kommt. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, die Behörde werde den Fall Opel so schnell wie möglich analysieren und dazu Stellung nehmen, sobald sich General Motors und Opel Trust entschieden hätten.
WER WIRD OPEL-CHEF?
Wer künftig an der Spitze von Opel steht, ist noch unklar. Der Autobauer selbst hält sich alle Möglichkeiten offen. Das Management des Autobauers werde erst nach einer Unterzeichnung des Kaufvertrags bestimmt, teilte das Unternehmen mit. Kreisen zufolge ist der angedachte Wechsel von Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster auf den Chefsessel von Opel keineswegs ausgemachte Sache. Stattdessen könnten Manager der Käufer den Posten übernehmen. Als Kandidat wird Magna-Manager Herbert Demel gehandelt.
Magna will gemeinsam mit der russischen Sberbank 55 Prozent an Opel kaufen, 35 Prozent sollen bei GM bleiben. Als Mehrheitseigner darf letztlich Magna bestimmen, wer Opel-Chef wird.
Während die Zukunft von Opel nach wie vor in der Schwebe steht, läuft das operative Geschäft des Autobauers dank Abwrackprämie rund. Im Oktober wuchs der Marktanteil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 9,1 von 7,15 Prozent. Gefragt waren neben dem Vectra-Nachfolger Insignia vor allem die Klein- und Kompaktwagen Agila, Corsa und Astra.
© Thomson Reuters 2009 Alle Rechte vorbehalten.

