Deutsche Telekom hält an Zielen für Gesamtjahr fest

Donnerstag, 5. November 2009, 15:36 Uhr
 

Bonn (Reuters) - Für die Deutsche Telekom hat sich die Beteiligung an der griechischen Hellenic Telecom (OTE) erneut ausgezahlt.

Die Tochter bewahrte den Bonner Konzern im dritten Quartal vor Rückgängen bei Umsatz und im operativen Geschäft. Die Gewinnprognose der Analysten wurde sogar leicht übertroffen. Mit Erleichterung nahmen die Anleger auch auf, dass der Vorstand die Prognose für 2009 am Donnerstag bekräftigte. Einige Experten hatten nach einem durchwachsenen Halbjahr mit deutlichen Schwächen in einigen Auslandsmärkten befürchtet, die Telekom könnte ihre im Frühjahr gesenkten Jahresziele verfehlen. Die T-Aktie legte daraufhin zeitweise mehr als drei Prozent zu und war damit größter Gewinner im Leitindex Dax. Darin änderte auch nichts, dass der Vorstand eine Prognose für 2010 scheute.

Die Telekom erlöste von Juli bis September 16,3 Milliarden Euro, 5,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um 5,2 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. OTE steuerte 1,5 Milliarden Euro zum Umsatz und 0,6 Milliarden Euro zum bereinigten Ebitda bei. Für 2009 rechnet der Vorstand weiter mit einem bereinigten Ebitda zwei bis vier Prozent unter Vorjahr - also zwischen 18,7 und 19,1 Milliarden Euro. Hinzugerechnet wird der OTE-Beitrag von rund zwei Milliarden Euro.

SPARANSTRENGUNGEN ZAHLEN SICH AUS

Im deutschen Festnetz- und Mobilfunkgeschäft zahlten sich die Sparanstrengungen weiter aus. T-Mobile verbesserte die Rendite bei einem gestiegenen Umsatz und weniger starken Ebitda-Rückgängen. Auch im Festnetzgeschäft verbesserte sich die Rendite weiter, weil der Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorquartal weiter eingedämmt wurde und sich das operative Ergebnis zugleich stabilisierte. Jedoch schrumpfte im DSL-Geschäft der Netto-Neukundenmarktanteil auf 18 Prozent. Die Telekom hatte gewarnt, dass viele Verträge aus vermarkteten Komplettpaketen ausliefen und es steigende Kündigungszahlen geben werde. "Bereits im September hat sich dieser Wert aber fast wieder normalisiert", erläuterte Finanzchef Timotheus Höttges. Ziel bleibe ein Anteil von 45 Prozent im Gesamtjahr.

Angekündigt war auch, dass der Wachstumstreiber T-Mobile USA im dritten Quartal erneut nicht in Landeswährung wachsen werde. Der Umsatzrückgang in Dollar lag bei 2,3 Prozent. Die Zahl der Kunden schrumpfte netto um 77.000 - der erste Rückgang überhaupt in der Geschichte. "In den USA stehen wir vor großen Herausforderungen, nicht zuletzt aufgrund der Wirtschaftskrise, und sind natürlich nicht zufrieden mit den Ergebnissen des dritten Quartals", sagte Obermann. Er will mit dem Ausbau des 3G-Netzes, einem erweiterten Vertrieb und neuen Angeboten umsatzstarke Kunden gewinnen.

Die schwierige Situation in den USA werde auch 2010 anhalten, sagte Obermann. Zudem gebe es weitere Unwägbarkeiten. So sei unklar, wie sich die Wechselkurse und die wichtigsten Märkte in Osteuropa entwickelten. Schwer abzuschätzen sei auch, wie sich die Arbeitslosigkeit in Deutschland entwickele und sich die Wirtschaftskrise auf das Großkundengeschäft auswirken werde. "Aufgrund dieser Ungewissheiten haben wir noch nicht genug Klarheit, was 2010 betrifft." Obermann vertröstete auf den Februar. Zur Vorlage der Jahresbilanz werde es neben einer Planung auch weitere Einzelheiten zum laufenden Konzernsparprogramm geben.