Kreise: GM-Europa-Chef Forster weicht neuem Opel-Sanierer

Freitag, 6. November 2009, 15:57 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Nach der Kehrtwende im Opel-Poker dreht sich bei General Motors das Personalkarussell.

Nur drei Tage nach der überraschenden Kehrtwende des US-Konzerns hat der bisherige GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster Kreisen zufolge in engstem Kreis seinen Rücktritt angekündigt. Die Sanierung des Autobauers soll nun der GM-Asienmanager Nick Reilly übernehmen, berichtete "Spiegel Online" am Freitag. Zugleich zogen die Bundesländer ihren Vertreter, den umstrittenen FDP-Politiker Dirk Pfeil, aus der Opel-Treuhand zurück.

Neben Reilly werden weiterhin auch der GM-Verhandlungsführer für Opel, John Smith, und Magna-Manager Herbert Demel als Kandidaten für das Amt des Opel-Chefs gehandelt. Der gebürtige Brite Reilly, der das Europageschäft von GM gut kennt, gilt jedoch als wahrscheinlichster Nachfolger. Er verbrachte lange Jahre als Manager bei der britischen Opel-Schwester Vauxhall und in der GM-Europe-Zentrale in Zürich, wo er zuletzt für Marketing und Vertrieb zuständig war. Derzeit ist Reilly von Shanghai aus für das Asien-Pazifikgeschäfts des Konzerns verantwortlich. GM-Chef Fritz Henderson hatte den Führungswechsel bei Opel bereits angekündigt.

GM-Europe wollte sich dazu nicht äußern. Ein Opel-Sprecher sagte, Forster sei derzeit Aufsichtsratschef von Opel. Personalspekulationen kommentiere er nicht. Eventuelle Veränderungen würden zu gegebener Zeit mitgeteilt. Forster, der sich massiv für den geplatzten Verkauf von Opel an Magna eingesetzt hatte, hatte zuletztoffen gelassen, ob er im Amt bleibt.

Der US-Autobauer hat in Deutschland viel verbrannte Erde hinterlassen. Die überraschende Entscheidung Opel doch zu behalten, hatte Politik und Belegschaft vor den Kopf gestoßen. Nach Regierungsangaben will GM seine Pläne für Opel voraussichtlich in der kommenden Woche präsentieren.

SCHWIERIGE SANIERUNG

Wer auch immer auf den Chefsessel von Opel wechselt, steht vor der schwierigen Aufgabe, den Autobauer möglichst rasch zu sanieren. Bislang sind nur einige Eckpunkte der GM-Pläne für Opel bekannt. GM will bei der Europatochter 10.000 von 50.000 Stellen streichen und das Werk in Antwerpen voraussichtlich schließen. Die Zukunft der Werke in Bochum und Eisenach ist ungewiss.

Ob GM bei dem Umbau auf Staatshilfen aus Deutschland hoffen kann, ist noch offen. Nach den Worten von Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) kommt das nur bei Standort- und Beschäftigungsgarantien infrage. "GM muss zunächst erst einmal ein schlüssiges Konzept für Opel vorlegen", sagte Machnig am Freitag zu Reuters.

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