Energiekonzern E.ON zuversichtlicher bei Jahreszielen

Mittwoch, 11. November 2009, 16:28 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Der Energiekonzern E.ON hat sich trotz anhaltender Belastungen durch die Wirtschaftskrise zuversichtlicher als bislang zu seinen Jahreszielen geäußert.

Der für die Dividende entscheidende bereinigte Konzernüberschuss werde voraussichtlich nur noch drei bis fünf Prozent unter dem Vorjahr liegen, teilte der größte deutsche Versorger am Mittwoch bei der Vorlage seiner Zahlen zum dritten Quartal mit. Bislang hatte E.ON mit Einbußen von fünf bis zehn Prozent gerechnet. Die Dividende für 2009 könnte Experten zufolge nun auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Aktienkurs legte daraufhin rund zwei Prozent zu.

"Auch wenn die Talsohle der Wirtschaftskrise voraussichtlich durchschritten ist, machen sich in unserem Geschäft immer noch deutliche Belastungen bemerkbar, vor allem im Gasgeschäft, in Südeuropa und in Russland", erläuterte E.ON-Chef Wulf Bernotat. So sei der Gasabsatz in den ersten neun Monaten um elf Prozent gesunken, wobei sich auch die in Folge der Wirtschaftskrise gesunkene Industrieproduktion in Deutschland und dem Ausland bemerkbar machte. In Großbritannien und Skandinavien machten dem Konzern Währungseffekte zu schaffen. Zulegen konnte hingegen die Sparte für den Handel mit Energie. Zudem kommt E.ON nach eigenen Angaben bei den bis 2011 geplanten Kostensenkungen von 1,5 Milliarden Euro gut voran.

ANALYSTEN RECHNEN MIT DIVIDENDE AUF VORJAHRESHÖHE

Als wesentlichen Grund für die Anhebung der Prognose nannte der Versorger einen verminderten Anstieg der Zinsbelastungen wegen leicht gesunkener Zinsen. Im Vorjahr hatte E.ON einen bereinigten Konzernüberschuss von 5,6 Milliarden Euro erzielt. "An unserer bisherigen Dividendenpolitik - Ausschüttungsquote von 50 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernüberschusses - wollen wir festhalten", bekräftigte der Konzern. Für 2008 habe die Quote bei 50 Prozent gelegen, hieß es in einem Kommentar von M.M.Warburg. Sollte E.ON die Ausschüttungsquote leicht anheben, würde die Dividende mindestens auf der Vorjahreshöhe von 1,50 Euro je Aktie liegen, schrieben die Experten.

In den ersten neun Monaten hielt E.ON trotz Wirtschaftskrise Umsatz und operativen Gewinn fast stabil. Die Erlöse gingen um zwei Prozent auf 59,3 Milliarden Euro zurück, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um ein Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr solle das bereinigte Ebit auf dem Niveau des Vorjahres von 9,9 Milliarden Euro liegen, bekräftigte das Unternehmen.

Der Konzern hatte nach einer jahrelangen Einkaufstour angekündigt, sich von Beteiligungen im Wert von rund zehn Milliarden Euro zu trennen. Davon sind nach Angaben des Unternehmens bereits sechs Milliarden umgesetzt. Vor wenigen Monaten veräußerte E.ON seine Tochter Thüga an ein Bündnis von Stadtwerken für 2,9 Milliarden Euro. Am Dienstag hatte Bernotat den Verkauf seines Höchstspannungsnetzes in Deutschland an die niederländische Tennet für 1,1 Milliarden Euro bekanntgegeben.

 
<p>Wulf Bernotat, CEO of German power utility E.ON makes a speech during the general meeting in Essen May 6, 2009. REUTERS/Ina Fassbender (GERMANY BUSINESS)</p>