Blockbuster bringen Time Warner und News Corp Gewinne
New York (Reuters) - Mit erfolgreichen Kassenschlagern wie "Avatar" und "Hangover" bringt das Kino die US-Medienkonzerne Time Warner und News Corp zurück in die Gewinnzone.
Beide Unternehmen äußerten sich am Mittwoch angesichts der steigenden Werbeeinnahmen zuversichtlich über den weiteren Geschäftsverlauf. News Corp rechnet damit, noch lange von den Einnahmen aus dem 3D-Abenteuer "Avatar" profitieren. Die Ethno-Saga von James Cameron ist der erfolgreichste Film aller Zeiten. Für Time Warner ist der Streifen "Sherlock Holmes" von Madonnas Ex-Mann Guy Ritchie derzeit der Kassenschlager.
Time Warner hatte sich im vergangenen Jahr deutlich verkleinert und von seinem Kabelgeschäft und der verlustreichen Internettochter AOL getrennt. Jetzt stünden wieder Kinofilme, Magazine und TV-Shows im Vordergrund, kündigte Konzernchef Jeff Bewkes an. Die Komödie "Hangover" bescherte Time Warner die bestverkaufte DVD im vergangenen Jahr und trug deutlich zum Umsatzwachstum des Konzerns von zwei Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar bei. Auch die Erlöse der Sendergruppe um HBO und CNN legten zu. Lediglich der Absatz im Verlagsbereich ("Time Magazine") war rückläufig. Der Gewinn von Time Warner stieg auch dank deutlicher Kosteneinsparungen im Schlussquartal auf 627 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 16 Milliarden Dollar zu Buche geschlagen, als der Konzern riesige Abschreibungen auf sein Kabelgeschäft verkraften musste. Am Markt war ein geringerer Gewinn erwartet worden.
Für das laufende Geschäftsjahr kündigte Bewkes eine Verbesserung der Effizienz, internationale Expansion und eine stärkere Digitalisierung des Geschäfts an. Der Gewinn werde grob geschätzt um etwa 15 Prozent zulegen.
Die ehemalige Time-Warner-Tochter AOL kämpft unterdessen weiter mit schwindenden Abonnentenzahlen und rückläufigen Werbeeinnahmen. Der Umsatz im abgelaufenen Quartal fiel um 17 Prozent auf rund 810 Millionen Dollar bei einem Gewinn von 1,4 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte AOL wegen hoher Gebühren noch rote Zahlen geschrieben.
NEWS CORP MIT QUARTALSGEWINN
Das Unternehmen von Medienmogul Rupert Murdoch teilte am Dienstag nach US-Börsenschluss mit, dass sich das Werbegeschäft deutlich erholt habe. Dies habe zum Nettogewinn von 254 Millionen Dollar im zweiten Geschäftsquartal bis Ende Dezember beigetragen. Ein Jahr zuvor hatte News Corp, der auch Großaktionär beim kriselnden deutschen Bezahlfernsehsender Sky ist, wegen Aufschreibungen auf den US-Verlag Dow Jones noch einen Verlust von 6,4 Milliarden Dollar verbucht. Der Umsatz erhöhte sich um zehn Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar. Alle Bereiche des Konglomerats, darunter das "Wall Street Journal" und die Fox-Filmstudios, seien gewachsen.
Murdoch gibt sich für das laufende Geschäftsjahr sehr zuversichtlich. Die Hälfte oder sogar mehr der Gewinne aus dem für neun Oscars nominierten Blockbuster "Avatar" würden in den kommenden zwei oder mehr Quartalen erzielt. Zudem stellte Murdoch eine Fortsetzung des Erfolgsfilms in Aussicht.
Die neue Zuversicht der Medienbranche, die stark unter der weltweiten Wirtschaftskrise gelitten hatte, spiegelt sich auch in den Dividenden wider. Time Warner hob die Zahlungen um 13,3 Prozent an. News Corp erhöhte die Quartalsdividende auf 7,5 Cent je Anteilsschein. Die Aktien entwickelten sich nach Bekanntgabe der Unternehmenszahlen unterschiedlich. News-Corp-Papiere schossen am Mittwoch zu Börsenbeginn in New York um rund sieben Prozent in die Höhe. Warner-Aktien lagen mehr als ein Prozent im Minus.
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