Allianz hebt Dividende nach Milliardengewinn deutlich an
München (Reuters) - Die Allianz will nach einer deutlichen Ergebnisverbesserung im Zuge der Trennung von der Dresdner Bank die Dividende für 2009 unerwartet stark anheben.
Die Ausschüttung solle je Aktie 4,10 Euro betragen, nach 3,50 Euro im Jahr zuvor, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag in München mit. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einer Dividende von 3,97 Euro je Anteilsschein gerechnet.
Europas größter Versicherer erzielte 2009 einen Nettogewinn von 4,3 Milliarden Euro und damit etwas weniger als von Analysten erwartet. Im Vorjahr stand wegen Belastungen durch die Dresdner Bank noch ein Verlust von 2,4 Milliarden Euro in den Büchern. Der Umsatz legte um gut fünf Prozent auf 97,4 Milliarden Euro zu. Vorstandschef Michael Diekmann sprach von einer "soliden und stabilen Leistung". Die Allianz demonstriere in der Finanzkrise Zuverlässigkeit.
Allerdings wäre der Versicherer ohne den staatlich geförderten Verkauf der Dresdner Bank an die Frankfurter Commerzbank weniger glimpflich durch das Jahr gekommen. Die Commerzbank, an der die Allianz gut zehn Prozent der Anteile hält, schrieb im vergangenen Jahr einen Verlust von 4,5 Milliarden Euro. Die Belastungen aus der Finanzkrise bezifferte das Kreditinstitut 2009 auf 5,3 Milliarden Euro - Hauptgrund dafür sind Altlasten in den Büchern der Dresdner Bank.
Eine genaue Prognose für dieses Jahr will die Allianz wegen der starken Schwankungen an den Kapitalmärkten nicht abgeben. Es solle aber an das operatives Ergebnis von 2009 - 7,2 Milliarden Euro - angeknüpft werden, hieß es. Operativ ging der Gewinn 2009 um 147 Millionen Euro zurück.
Vor allem in der Kernsparte Schaden/Unfallversicherung gab es ein Rückgang von 28 Prozent. Hier kämpft die Allianz mit einer gestiegenen Schaden/Kosten-Quote von 97,4 Prozent, zwei Punkte mehr als im Jahr zuvor. Preiserhöhungen sind Analysten zufolge meist nur zulasten der Einnahmen möglich. Besser lief es in der Lebens- und Krankenversicherung sowie der Vermögensverwaltung. Beide Sparten wiesen deutliche Zuwächse aus.
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