US-Senatoren können sich nicht auf Derivate-Regulierung einigen

Samstag, 20. März 2010, 11:46 Uhr
 

Washington (Reuters) - Im US-Senat ist ein parteiübergreifender Versuch zur Regulierung des 450 Billionen Dollar schweren OTC-Derivate-Markts gescheitert.

Der demokratische Senator Jack Reed und sein republikanischer Kollege Judd Gregg sollten Regeln für mehr Transparenz bei den außerbörslichen Derivate-Geschäften vereinbaren. Der Kongress will gesetzlich vorschreiben, dass die Derivategeschäfte künftig bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr außerbörslich ("over the counter", OTC) abgewickelt werden dürfen, sondern über eine regulierte Börse oder eine zentrale Verrechnungsstelle getätigt werden müssen. Doch Reed und Gregg konnten sich nicht darauf einigen, für wen diese Ausnahmen gelten sollen.

"Wir konnten keinen umfassenden Konsens erzielen, mit dem gefährliche Schlupflöcher geschlossen werden können und gleichzeitig Unternehmen der sichere Einsatz von Derivaten zum Risikomanagement erlaubt wird", sagte Reed. Große Unternehmen pochen darauf, dass sie sich mit Derivaten auch künftig gegen Risiken wie etwa Schwankungen der Rohstoffpreise oder des Währungsgefüges absichern können. Doch spekulative Instrumente wie die Credit Default Swaps (CDS) gelten als einer der Auslöser der Finanzkrise. Deshalb hat US-Präsident Barack Obama die Regulierung des Derivate-Markts zur Priorität erklärt. Reed und Dodd zeigten sich zuversichtlich, dass es doch noch zu einer Einigung kommt.

 
<p>US-Flagge an der Fassade der New Yorker B&ouml;rse am 8. Oktober 2009. REUTERS/Chip East</p>