Deutsche Bank steckt gut 600 Mio Euro in Hua Xia Bank

Donnerstag, 6. Mai 2010, 13:35 Uhr
 

Shanghai (Reuters) - Die Deutsche Bank steckt 636 Millionen Euro in ihren Kooperationspartner Hua Xia Bank in China.

Das größte deutsche Geldhaus beteiligt sich an einer Kapitalerhöhung der Bank um insgesamt umgerechnet 2,3 Milliarden Euro, wie sie am Donnerstag mitteilte. Sie stockt damit ihre Beteiligung von 17,12 Prozent auf das für Ausländer erlaubte Höchstmaß von 19,99 Prozent auf, verliert aber wieder ihren Rang als größter Aktionär der Hua Xia Bank. Das staatseigene Stahlwerk Shougang, das sich ebenfalls an der Kapitalspritze beteiligte, hält nun 20,28 Prozent.

Die Deutsche Bank ist seit Mai 2006 an dem dreizehntgrößten Geldinstitut in China beteiligt. Im März hatte sie bereits die Beteiligung von Sal. Oppenheim übernommen. Die beiden Banken kooperieren vor allem im Kreditkartengeschäft und im Geschäft mit vermögenden Chinesen. Der Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, Rainer Neske, bezeichnete die Partnerschaft mit Hua Xia als "Speerspitze unserer China-Strategie".

Die Aktien wurden mit einem Abschlag von zwölf Prozent auf den letzten Börsenkurs von Hua Xia ausgegeben. Die Papiere waren seit drei Wochen vom Handel ausgesetzt, am Donnerstag fielen sie um zehn Prozent.

Die Kapitalerhöhung ist die vorerst letzte in einer Reihe von Kapitalspritzen, die die chinesische Regierung den großen Banken des Landes verordnet hat. Sie steuert damit gegen den Boom von Krediten, den sie selbst angeheizt hatte. Dieser sorgt in Zeiten der Finanzkrise dafür, dass die Kreditrisiken der Banken sich erhöhen und ihre Kapitalausstattung überspannen. Nun sollen die Banken weniger neue Kredite vergeben und das Hypothekenkredit-Geschäft einschränken. Hua Xia erklärte: "Um eine stetige Entwicklung der Bank und ihre Expansion zu refinanzieren und um die höheren regulatorischen Standards so schnell wie möglich zu erfüllen, müssen wir die Kapitalquoten weiter erhöhen."

 
<p>The Deutsche Bank headquarters in Frankfurt are pictured April 28, 2010. REUTERS/Johannes Eisele</p>