Renault wagt trotz Rückkehr in Gewinnzone keine Prognose
Boulogne-Billancourt (Reuters) - Der französische Automobilhersteller Renault wagt trotz Rückkehr in die schwarzen Zahlen keine konkrete Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf.
In dem ungewöhnlich unsicheren Umfeld wolle sich der Konzern in der zweiten Jahreshälfte weiter auf sein Sparprogramm konzentrieren und daneben den Verkauf der neuen Modelle vorantreiben, teilte der Partner des Stuttgarter Daimler-Konzerns am Freitag bei der Vorlage seiner Zwischenbilanz mit. Daneben will Unternehmenschef Carlos Ghosn die Allianz mit der japanischen Autobauer Nissan vertiefen, von der sich der Konzern eine Steigerung seiner Einkaufsmacht verspricht.
Wie zuvor schon beim Lokalrivalen Peugeot Citroen überwog auch bei Renault die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Pkw-Geschäfts. Allerdings hatte der zweitgrößte europäische Autobauer Peugeot ein sehr viel düsteres Bild als Renault gezeichnet. Die Hersteller fürchten, dass der Sparkurs vieler europäischer Regierungen die Bereitschaft der Verbraucher schmälern könnte, sich neue Autos zuzulegen. Dennoch hatte Peugeot ein klares Geschäftsziel für das Gesamtjahr formuliert. Volkswagen hatte sich nach einem überraschend hohen Gewinnsprung im ersten Halbjahr ebenfalls zurückhaltend geäußert. Dank guter Geschäfte in China und Amerika erwartet Europas Marktführer allerdings weitere Zuwächse.
Die Aktie von Renault lag an der Pariser Börse am Mittag entgegen dem allgemeinen Trend mit rund 1,2 Prozent im Plus.
Renault steigerte den Konzernumsatz in der ersten Jahreshälfte um fast ein Viertel auf 19,7 Milliarden Euro. Der operative Gewinn belief sich auf 780 Millionen Euro. Vor Jahresfrist hatte noch ein Verlust von 620 Millionen Euro zu Buche gestanden. Der Nettogewinn lag bei 823 Millionen Euro (Verlust im Vorjahreszeitraum: 2,7 Milliarden Euro). Gut die Hälfte des Gewinns steuerten die Beteiligungen an Nissan, dem schwedischen Lkw-Bauer Volvo und dem russischen Autobauer AvtoVaz bei.
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