ThyssenKrupp: Schuldenabbau derzeit wichtiger als Investitionen
Frankfurt (Reuters) - ThyssenKrupp will den jüngsten Aufschwung in der Stahlbranche zum Schuldenabbau nutzen.
"Bevor wir wieder große Investitionen tätigen können, müssen wir zunächst die Nettofinanzschulden dorthin zurückbringen, wo sie vor der Großinvestition in Amerika waren", sagte Vorstandschef Ekkehard Schulz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe). "So schnell wie möglich wieder Investmentgrade-Status zu erlangen hat Priorität." Die Anlaufkosten für neue Werke in den USA und Brasilien hat die Verschuldung des größten deutschen Stahlkonzern zuletzt in die Höhe getrieben. Ende Juni lagen die Netto-Finanzschulden bei 3,8 Milliarden Euro - 1,7 Milliarden mehr als Ende September 2009.
Mit dem laufenden Geschäft zeigte sich Schulz zufrieden. Die deutschen Stahlwerke von ThyssenKrupp seien bis Ende September voll ausgelastet, auch der Auftragseingang entwickle sich gut. Der Salzgitter-Konkurrent müsse für seine Walzwerke sogar 250.000 Tonnen Brammen zukaufen. "Der Blick auf andere große Flachstahlunternehmen in Europa zeigt mir, dass Thyssen-Krupp gegenwärtig eine gute Firmenkonjunktur durchläuft", sagte Schulz. In Amerika erwartet der Firmenchef wie Konkurrent ArcelorMittal, dass es erst im zweiten Halbjahr 2011 wieder aufwärtsgeht.
Der Anlauf neuer ThyssenKrupp-Betriebe in Amerika laufe gut, sagte der Firmenchef. Er solle beschleunigt werden. Das für Edelstahl in Alabama geplante Werk solle ein Jahr früher starten als zuletzt geplant, erklärte Schulz. In Brasilien solle am zweiten Hochofen nicht erst im nächsten Frühjahr, sondern schon im Oktober oder November erstes Roheisen gestochen werden.
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