Kreise: RWE-Chef Großmann treibt Konzernumbau voran

Donnerstag, 2. September 2010, 15:39 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - RWE-Chef Jürgen Großmann treibt den Konzernumbau des Essener Energiekonzerns voran.

Der Manager prüfe, das Unternehmen mittelfristig in eine europäische Gesellschaft (SE) umzubauen, sagten mit der Situation vertraute Personen am Donnerstag zu Reuters. Ein Unternehmenssprecher wollte das nicht kommentieren. Großmann hatte nach seinem Amtsantritt 2007 immer wieder bekräftigt, den Konzern neu aufstellen zu wollen und bereits entsprechende Schritte eingeleitet.

Das "Handelsblatt" hatte zuvor ebenfalls von Veränderungen berichtet. Demnach soll der Einfluss der kommunalen Aktionäre durch die Umstrukturierung verringert werden. Dazu sollten die Geschäftsaktivitäten auf dem Heimatmarkt in einer Deutschland AG zusammengefasst werden. Bei der neuen Tochter würden die Kommunen jedoch künftig mehr Gewicht bekommen, da sie das deutsche Geschäft den Plänen zufolge künftig faktisch als Mehrheitsaktionär kontrollieren dürften. Die Kommunen sträubten sich jedoch gegen den Vorschlag.

Am Aktienmarkt wurde ein solches Vorhaben begrüßt, vor allem ausländische Investoren würden eine solche Entwicklung positiv sehen, hieß es. Dem "Handelsblatt" zufolge haben die Kommunen, die derzeit rund ein Viertel der RWE-Anteile halten, in der Vergangenheit mehrfach wichtige Entscheidungen blockiert. Durch den Umbau wäre die Konzernspitze künftig freier, um Entscheidungen wie etwa Kapitalerhöhungen durchzusetzen.

Dennoch sackten die Aktien ab und verloren ein Prozent auf 51,75 Euro. "Solange die künftige Steuerbelastung nicht geklärt ist, bleiben die Versorgerwerte einfach unpopulär bei den Anlegern", erklärte ein Händler mit Blick auf die Pläne der Bundesregierung für eine Brennelementesteuer.

ZEITUNG: ENTSCHEIDUNG ENDE SEPTEMBER

Der Aufsichtsrat soll die Umbaupläne dem Bericht zufolge auf seiner nächsten Sitzung am 22. und 23. September in Budapest absegnen. Als Hülle der neuen Tochter solle die RWE Rheinland Westfalen Netz AG dienen. Deren Chef Arndt Neuhaus würde dann zum Deutschlandchef aufsteigen.