Novartis stoppt Entwicklung von zwei Medikamenten

Dienstag, 5. Oktober 2010, 17:25 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis macht vorwärts mit der Säuberung der Medikamenten-Pipeline.

Das Basler Unternehmen bricht Angaben vom Dienstag zufolge die Entwicklung von zwei experimentellen Präparaten ab schreibt insgesamt 590 Millionen Dollar ab. Novartis begründete den Entwicklungsstopp mit der verstärkten Konzentration auf Wirkstoffe, die unerfüllte medizinische Bedürfnisse abdeckten.

Bei den Medikamenten handelt es sich um Mycograb gegen schwere Pilzerkrankungen sowie Albinterferon alfa-2b gegen Hepatitis C. Bei dem zusammen mit Human Genome Science Albinterferon reagierte Novartis auf Studiendaten, die Analysten zufolge nicht überzeugend genug ausfielen, sowie Gespräche mit den amerikanischen und europäischen Zulassungsbehörden. Der Hepatitis C-Markt sei heiss umkämpft, erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Verschiedenen möglicherweise bahnbrechende Entwicklungen stünden kurz vor einer Zulassung. Nach Einschätzung der Bank Vontobel hätte Albinterferon nicht mit dem Roche-Medikament Pegasys konkurrieren können.

Zu Micrograb kam Novartis durch die Übernahme der britischen NeuTec. 2008 hatte Novartis bereits die Entwicklung eines anderes NeuTec-Produkts eingestellt und eine Wertberichtigung vorgenommen.

Die Novartis-Aktien waren im Morgenhandel unverändert, während der europäische Branchenindex 0,4 Prozent höher notierte. Analysten zeigten sich wenig überrascht von dem Entwicklungsstopp. Die Produkte seien für die Bewertung des Unternehmens aber unwichtig. Kepler-Analyst Tero Weckroth begrüsste, dass sich Novartis fokussiere. Wenn das Unternehmen die Forschungs- und Entwicklungspipeline weiter säubere, könnten die Kosten deutlich gesenkt werden. Erst im vergangenen Monat hatte Novartis das Blasenschwäche-Medikament Enablex an die irische Warner Chilcott verkauft. Auf dieser Transaktion verbucht Novartis einen Gewinn von rund 390 Millionen Dollar.

 
<p>People walk past the logo of Swiss drugmaker Novartis at the company's plant in Basel January 28, 2009. REUTERS/Arnd Wiegmann</p>