Datenfirma: Waddell verursachte "Flash Crash" an US-Börse nicht

Sonntag, 10. Oktober 2010, 11:34 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Ursache für den drastischen Kurseinbruch an den US-Börsen am 6. Mai ist offenbar doch noch nicht aufgeklärt.

Der so genannte "Flash Crash", bei dem der Dow-Jones-Index binnen Minuten um rund 1000 Punkte abstürzte, könne nicht durch die Aktivitäten eines einzelnen Handelsteilnehmers verursacht worden sein, erklärte der Datendienstleister Nanex. Dies habe eine eingehende Untersuchung des Handelsgeschehens in dem fraglichen Zeitraum ergeben.

Die US-Regulierungsbehörden hatten vor einigen Tagen erklärt, ein einzelner großer Handelsteilnehmer habe den Kursrutsch Mai verursacht. Ein Name war in Abschlussbericht der US-Börsenaufsichten SEC und CFTC aber nicht genannt worden. Internen Börsenpapieren zufolge handelt es sich aber um den Investmentfonds Waddell & Reed Financial. Laut dem Abschlussbericht tätigte Waddell vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise Absicherungsgeschäfte und verkaufte 75.000 sogenannter E-Mini-Kontrakte. Der E-Mini ist ein vor allem bei Hedgefonds beliebter Terminkontrakt, bei dem auf die Entwicklung des S&P 500 spekuliert wird.

Der Kursrutsch hatte die US-Behörden unter Druck gesetzt, rasch neue Maßnahmen einzuleiten, um eine Wiederholung der Turbulenzen zu verhindern. Die unklare Ursache für den "Flash Crash" erschwert den Behörden die Arbeit jedoch.