Reiseveranstalter sagen Spanien-Flüge ab - Urlauber gestrandet

Samstag, 4. Dezember 2010, 15:43 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der wilde Fluglotsenstreik in Spanien zwingt auch deutsche Urlauber zu einer unfreiwilligen Verlängerung ihrer Spanienreisen.

So sitzen mehr als 8.000 TUI-Kunden in dem südeuropäischen Land fest, wie Europas größter Reiseveranstalter am Samstag auf seiner Webseite erklärte. Die Reisenden, die in ihren Urlaubshotels auf ihre Rückflüge nach Deutschland warteten, würden vor Ort von Reiseleitern betreut. Um die Urlauber schnellstmöglich nach Deutschland zu bringen und Flugverspätungen als Folge des Streiks in den nächsten Tagen zu vermeiden, werde TUI Zusatzkapazitäten einsetzen, sobald wieder Flüge möglich seien.

Da nicht abzusehen sei, wie lange der Streik und die Sperrung des spanischen Luftraumes dauerten, habe TUI Deutschland alle Spanien-Flugreisen bis Samstag 18.00 Uhr abgesagt. Diese Regelung gelte unabhängig von der Fluggesellschaft. Allein die Fluggesellschaft TUIfly hätte für Samstag 22 Abflüge nach Spanien geplant. Zehn Maschinen stehen TUI zufolge derzeit in Spanien.

Auch Gäste des TUI-Rivalen Thomas Cook sind in Spanien gestrandet. Insgesamt warteten rund 3500 Kunden von Neckermann, Cook, Bucher und Air Marin in Spanien auf ihre Rückkehr. Ebenso viele hätten am Samstag von Deutschland aus ihre Reise nach Spanien antreten wollen. Um Gäste, die im Zielgebiet auf ihren Rückflug warten, kümmere sich die Reiseleitung. Sie würden in den Hotels oder an den Flughäfen informiert und betreut, bis sie nach Hause fliegen könnten, erklärte das Unternehmen. Alle Condor-Flüge, die bis 19.00 Uhr starten sollten, könnten kostenlos storniert werden.

Der wilde Streik der Lotsen hat den Luftverkehr in Spanien fast vollständig zum Erliegen gebracht, die Regierung rief den Ausnahmezustand aus. Wenn die Fluglotsen nicht an ihre Arbeit zurückkehrten, handelten sie gesetzeswidrig, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alfredo Perez Rubalcaba.