Daimler verkauft mehr Autos in China als in Deutschland

Donnerstag, 3. März 2011, 17:59 Uhr
 

Stuttgart (Reuters) - Die Lust der Chinesen auf Autos "Made in Germany" reißt nicht ab.

Der Autobauer Daimler verkaufte seit Jahresbeginn im Reich der Mitte mehr Pkw der Marke Mercedes-Benz als in Deutschland, wie der Stuttgarter Konzern am Donnerstag mitteilte. In China wurden seit Jahresbeginn 27.700 Mercedes-Pkw ausgeliefert, in Deutschland nur 25.900. Damit rückt das wirtschaftlich immer stärker werdende Schwellenland China näher an die USA als den größten Absatzmarkt für die Marke mit dem Stern heran.

Der Nachfrage-Boom in China treibt bei Daimler dank hoher Verkaufspreise den Umsatz an und sorgt darüber hinaus für hohe Margen: Denn bei wohlhabenden Chinesen sind vor allem luxuriös ausgestattete Oberklasse-Modelle von Mercedes-Benz wie die S-Klasse sowie eine verlängerte E-Klasse für den Chauffeur-Betrieb gefragt. Die Regierung versucht zwar seit Jahresbeginn, die Pkw-Zulassungszahlen in großen Städten zu drosseln, um dem zunehmenden Verkehrschaos und der Luftverschmutzung Herr zu werden. Auf die Verkaufszahlen der deutschen Oberklassehersteller Daimler, BMW und Audi hat das bisher aber noch nicht nachhaltig durchgeschlagen.

Weltweit verkaufte Daimler im vergangenen Monat zehn Prozent mehr Pkw als ein Jahr zuvor. Außer der Kernmarke Mercedes-Benz gehören noch Smart, AMG und Maybach zu Daimler. Rund um den Globus wurden im Februar 86.500 Fahrzeuge in Kundenhand übergeben. Ein Ende des Aufwärtstrends sieht der Stuttgarter Autobauer noch nicht. "Für das erste Quartal erwarten wir ein deutliches Absatzwachstum", sagte Vertriebschef Joachim Schmidt.

Das laufende Jahr will Daimler mit einem Rekord bei den Pkw-Verkaufszahlen abschließen. Die meisten Pkw hatten die Stuttgarter bislang im Jahr 2007 mit 1,293 Millionen Stück ausgeliefert, 2008 und 2009 kauften die Autofahrer wegen der Wirtschaftskrise weniger neue Autos. Erst im vergangenen Jahr erholte sich der Pkw-Absatz bei Daimler dank der kräftigen Nachfrage aus China und aus den USA wieder mit einem Zuwachs um zwölf Prozent auf 1,167 Millionen Fahrzeuge.