Branchenverband in China: Sollten Atomkraft-Ausbau verlangsamen

Montag, 28. März 2011, 13:08 Uhr
 

Peking (Reuters) - Die Atomkatastrophe in Japan hat auch in China eine Debatte über die Energiepolitik angestoßen.

Der Branchenverband CEC (China Electricity Council) sprach sich am Montag dafür aus, den Bau neuer Atomkraftwerke zu verlangsamen. Zudem solle die Volksrepublik eine geringere nukleare Kapazität anstreben als zuletzt ins Auge gefasst.

Eigentlich hat China bis 2020 angepeilt, 40 Gigawatt Atomstrom zu produzieren. Bislang sind es 10,8 Gigawatt. Da die Regierung aber die Zulassung neuer Reaktoren zuletzt beschleunigt hat, dürfte das Ziel Experten zufolge schon fünf Jahre früher erreicht sein. Beobachter waren davon ausgegangen, dass China deswegen für 2020 ein neues Ziel ausgibt und dabei die ursprüngliche Menge verdoppelt. CEC hat sich Ende 2010 für eine Marke von 90 Gigawatt ausgesprochen.

CEC-Verbandschef Wei Zhaofeng sagte nun, die Zahl solle um mindestens zehn Gigawatt gesenkt werden. Die Stromproduktion aus Atomkraft solle nicht mehr als drei Prozent der gesamten Energieversorgung betragen.