Börsenkandidat Glencore schließt Bücher früher

Freitag, 13. Mai 2011, 19:51 Uhr
 

Hongkong (Reuters) - Der weltweit größte Rohstoffhändler Glencore will die Bücher für seinen milliardenschweren Börsengang einen Tag früher als ursprünglich geplant schließen.

Dies geht aus Unterlagen zu dem IPO hervor, die Thomson Reuters IFR am Freitag einsehen konnte. Darin ist nunmehr die Rede vom 17. Mai. Ein Grund wurde nicht genannt. Glencore-Chef Ivan Glasenberg hatte am Donnerstag gesagt, die Nachfrage nach den Aktien sei trotz des jüngsten Preisrutsches an den Rohstoffmärkten groß. Aus Kreisen verlautete, dass das Aktienangebot über die gesamte Preisspanne hinweg mehrfach überzeichnet sei.

Alle anderen Bedingungen rund um den Börsengang blieben unverändert, wie aus den Unterlagen hervorgeht. Bereits am ersten Tag der Zeichnungsfrist waren Kreisen zufolge die Auftragsbücher für die Emission gefüllt. Glencore will den Rekord für den größten Börsengang in London knacken. Der in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Schweizer Konzern setzt sich für sein Handelsdebüt Einnahmen von umgerechnet bis zu 7,4 Milliarden Euro zum Ziel - damit wäre Glencore mehr als 40 Milliarden Euro wert. Erstnotiz in London ist der 19. Mai, in Hongkong ist das Debüt für den 25. Mai geplant.

Gemessen an seinem Umsatz von rund 100 Milliarden Euro im vergangenen Jahr ist das enorm einflussreiche Unternehmen der größte Konzern der Schweiz - noch vor dem Lebensmittelriesen Nestle, dem Pharmakonzern Novartis und der Großbank UBS. Der im steuerbegünstigten Kanton Zug ansässige Rohstoffspezialist nutzt den Boom der Branche, um mit dem Börsengang seine Kasse für Übernahmen zu füllen. Glencore besitzt auf der ganzen Welt Bergwerke, Raffinerien, Eisenhütten und Weizensilos und ist auch an mehreren börsennotierten Konzernen beteiligt. Allein sein Anteil von 34 Prozent an dem britisch-schweizerischen Bergbaukonzern Xstrata ist rund 17 Milliarden Euro wert.