Bank of Ireland verschreckt Anleger mit Rettungsplan

Freitag, 3. Juni 2011, 16:02 Uhr
 

London (Reuters) - Die teilverstaatlichte Bank of Ireland will sich auf Kosten ihrer Aktionäre und Gläubiger 4,2 Milliarden Euro zur Sanierung ihrer Bilanz beschaffen.

Das Institut kündigte am Freitag eine Kapitalerhöhung um 2,2 Milliarden Euro an und will gleichzeitig Schulden mit einem drastischen Abschlag zurückkaufen. Anleger reagierten verschreckt: Die Aktien des Instituts büßten zwischenzeitlich gut 20 Prozent ein. Danach erholten sie sich jedoch etwas auf ein Minus von sieben Prozent.

Die irische Regierung ist mit 36 Prozent an der Bank of Ireland beteiligt und droht Gläubigern mit "ernsten Schritten", falls sie das Angebot nicht annehmen. Die Anleihebesitzer sollen lediglich zehn Prozent des Nominalwertes ihrer Schulden in bar erhalten oder 20 Prozent in Aktien.

Der Großteil des durch eine hemmungslose Kreditvergabe ruinierten irischen Bankensektors wurde im Zuge der Finanzkrise verstaatlicht - die Bank of Ireland ist das einzige Institut, dass nicht mehrheitlich vom Staat kontrolliert wird. Die Rechnung für die Rettung der Branche beläuft sich auf rund 70 Milliarden Euro. Irland sah sich deswegen zur Flucht unter den Euro-Rettungsschirm gezwungen.

 
<p>A man walks past the head office of the Bank of Ireland in Dublin May 28, 2007. REUTERS/Luke MacGregor</p>