Apple übertrifft Erwartungen klar - Aktie auf Rekordhoch

Mittwoch, 20. Juli 2011, 07:57 Uhr
 

San Francisco (Reuters) - Apple bricht die Rekorde: Der US-Technologiekonzern ließ am Dienstag nicht nur mit dem höchsten Gewinn und Umsatz der Firmengeschichte die Analystenerwartungen hinter sich, sondern schickte damit auch seine Aktie nachbörslich auf ein Allzeithoch über der Marke von 400 Dollar.

Besonders iPhone und iPad verhalfen Apple zu dem Ergebnis. Die Apple-Spitze verwies ausdrücklich auf die gute Entwicklung in Asien, wo sich ernorme Gelegenheiten auftäten.

Im dritten Quartal erzielte Apple einen Umsatz von 28,57 Milliarden Dollar, Analysten waren von etwa 25 Milliarden ausgegangen. Der Nettogewinn betrug 7,3 Milliarden Dollar oder 7,79 Dollar je Aktie, während Experten 5,85 Dollar je Aktie erwartet hatten. Die Marge insgesamt betrug 41,7 Prozent. Nachbörslich stieg die Aktie mehr als sieben Prozent auf 405 Dollar.

Bei allen drei zentralen Produktfamilien lag der Absatz über den Erwartungen: Mit 20,3 Millionen iPhones stieg er um 142 Prozent, bei 9,3 Millionen iPads um 183 Prozent und bei knapp vier Millionen Mac-Computern um 14 Prozent. Dagegen ging die Zahl der verkauften iPod-Musikspieler um ein Fünftel auf 7,5 Millionen zurück.

ANALYSTEN: APPLE JETZT WELTGRÖSSTER SMARTPHONE-HERSTELLER

Besonders beeindruckt zeigten sich Analysten vom iPhone-Geschäft. Apple dürfte nun der weltgrößte Smartphone-Hersteller nach Volumen sein, noch vor Nokia und Samsung Electronics, sagte John Jackson von CCS Insight. "Dass sie das ohne ein neues Modell geschafft haben, spricht Bände über ihre Stärke wie auch über die Herausforderungen, vor die die Wettbewerber stehen." Investoren erwarten mit Spannung den Verlauf des zweiten Halbjahres, wenn wahrscheinlich eine neue iPhone-Generation in die Geschäfte kommt. Das Mobiltelefon wurde 2007 auf den Markt gebracht. Mit ihm erzielt Apple inzwischen etwa 40 Prozent des Umsatzes.

Besonders in Asien verkaufte sich das iPhone hervorragend. Allgemein stieg der Umsatz aus der asiatisch-pazifischen Region auf 6,3 Milliarden Dollar, mehr als drei Mal so hoch wie vor einem Jahr. Spitzenmanager Tim Cook zeigte sich insbesondere optimistisch zu dem Markt in China, wo Apple bislang "nur an der Oberfläche kratzt". Für sein Unternehmen biete sich dort "eine unglaubliche Gelegenheit".

Für heute (Mittwoch) gab Apple bei der Vorlage der Zahlen nach Börsenschluss die lang erwartete Veröffentlichung des neuen Mac-Betriebssystems OS X "Lion" bekannt. Damit will Apple seine Computer enger mit seinen Onlinediensten verzahnen und sich so auf dem umkämpften Feld des sogenannten Cloud-Computing besser aufstellen.

Das "Wall Street Journal" berichtete unterdessen, dass mehrere Mitglieder des Apple-Verwaltungsrates über einen Nachfolger für Jobs an der Spitze des Konzerns beraten hätten. Sie hätten zudem mit mindestens einem Chef eines wichtigen Technologieunternehmens gesprochen. Jobs wird während seiner Abwesenheit aus Gesundheitsgründen von Cook vertreten.

- von Poornima Gupta und Noel Randewich -

 
<p>Apple-Logo am 20. September 2005 in Paris</p>