Möglicher Bieterwettkampf um Fahrradbauer Derby Cycle

Montag, 19. September 2011, 15:28 Uhr
 

Frankfurt/München (Reuters) - Um den größten deutschen Fahrradbauer Derby Cycle zeichnet sich ein Übernahmepoker zwischen den beiden großen niederländischen Radherstellern ab.

Das Unternehmen befindet sich nach Angaben vom Montag in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit einem strategischen Partner, der derzeit kein Aktionär ist. Die Fusionsvereinbarung sehe auch die Abgabe eines öffentlichen Übernahmeangebots vor.

Bei dem Interessenten handelt es sich laut "Financial Times Deutschland" um den niederländischen Fahrradhersteller Pon, der eine Offerte vorbereitet. Pon wollte sich dazu nicht äußern. Die Gesellschaft gehört der Familie Pon - eine der reichsten Familien der Niederlande.

Konkurrent Accell, ebenfalls aus den Niederlanden, reagierte prompt: Ein Übernahmeangebot für Derby Cycle sei nicht ausgeschlossen, sagte Vorstandschef Rene Takens in Amsterdam. Accell war im April mit 5,7 Prozent bei dem Hersteller aus dem niedersächsischen Cloppenburg eingestiegen und hatte im August den Anteil auf 22 Prozent aufgestockt. Bislang war von einer reinen Finanzbeteiligung die Rede. Über ein öffentliches Übernahmeangebot oder eine Kooperation werde nicht gesprochen, hieß es zuletzt. Die Führung von Derby Cycle steht Accell skeptisch gegenüber, weil sie kartellrechtliche Risiken und Probleme mit Großkunden befürchtet.

Für den Fall, dass Rivale Pon den deutschen Hersteller übernimmt, rechnete Accell-Chef Takens nicht mit negativen Auswirkungen. Falls der Konzern seinen 22-Prozent-Anteil an Derby Cycle verkaufe, könne er einen beachtlichen Gewinn erzielen.

Die Aktien des deutschen Fahrradherstellers, der erst zum Wochenstart in den Kleinwerteindex SDax aufgestiegen war, lagen am Mittag mit gut 14 Prozent im Plus. Derby Cycle war im Februar in Frankfurt an die Börse gegangen.