Stellenabbau bei Procter & Gamble nach Gewinneinbruch
Chicago (Reuters) - Teure Rohstoffe und Abschreibungen aufs Wella-Friseurgeschäft haben den Gewinn des Henkel-Rivalen Procter & Gamble nahezu halbiert.
Der weltgrößte Konsumgüterkonzern verdiente im zweiten Quartal noch 1,7 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr kappte der Hersteller von Gilette-Rasierklingen, Pampers-Windeln und Ariel-Waschmittel am Freitag wegen der Dollar-Stärke zudem seine Gewinnprognose. Zudem sollen 1600 Stellen wegfallen. An der New Yorker Börse gab die P&G-Aktie in einem schwachen Umfeld leicht nach.
Ohne Sonderbelastungen fiel der Kerngewinn je Aktie um drei Prozent auf 1,10 Dollar, was leicht über den Erwartungen lag. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf rund 22 Milliarden Dollar. Umsatzwachstum und Kostensenkungen hätten den prozentual zweistelligen Anstieg der Rohstoffpreise nicht wettgemacht, erklärte P&G. Zudem habe der harte Wettbewerb Tribut gefordert. Preisbewusste Kunden hätten die Verteuerung bestimmter Produkte nicht akzeptiert. P&G wollte im Gegensatz zu einigen Rivalen wie Unilever höhere Kosten an die Verbraucher weiterreichen.
Eine milliardenschwere Abschreibung auf das schwächelnde Friseurgeschäft belastete ebenfalls die Bilanz. Seit 2003 gehört das Darmstädter Haarpflegeunternehmen Wella zu Procter & Gamble.
Für das Gesamtjahr zeigte sich P&G pessimistisch und senkte seine Gewinnprognose auf 4,00 bis 4,10 Dollar von zuvor 4,15 bis 4,33 Dollar. Der starke Dollar bereitet P&G weiter Probleme. Am Donnerstag hatte bereits der Rivale Colgate-Palmolive gewarnt, negative Wechselkurseffekte würden das Gewinnwachstum wohl um rund vier Prozentpunkte drücken.
Der deutsche Konkurrent Beiersdorf rutschte im Schlussquartal in die roten Zahlen. Die Neuausrichtung der Kosmetiksparte kostete den Hamburger Konzern viel Geld, zudem belasteten Abschreibungen auf das defizitäre China-Geschäft die Bilanz. Beiersdorf machte nach Reuters-Berechnungen einen Betriebsverlust von 60 Millionen Euro. Das war aber deutlich weniger als von Analysten erwartet.
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