Stada übernimmt Grünenthal-Präparate für geringeren Preis

Freitag, 27. Januar 2012, 19:11 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Arzneimittelhersteller Stada muss für die Übernahme eines weiteren Arzneimittelpakets vom Konkurrenten Grünenthal weniger zahlen als erwartet.

In Nachverhandlungen habe Stada den Kaufpreis für die Präparate sowie Vertriebstrukturen um 48 Millionen Euro auf 160 Millionen Euro senken können, teilte das Unternehmen am Freitag in Bad Vilbel bei Frankfurt mit. Die Präparate werden in Mitteleuropa einschließlich Polen verkauft. Stada übernimmt auch die entsprechenden Vetriebsstrukturen. Der Konzern war bereits von dem geplanten Kauf zurückgetreten, nachdem die Kartellbehörden das Geschäft nicht bis zum vereinbarten Stichtag Ende Dezember genehmigt hatten. Nun aber gaben die Behörden grünes Licht und beide Unternehmen verhandelten weiter.

Stada hatte im vergangenen Mai mitgeteilt, mit Grünenthal über den Kauf eines umfangreichen Arzneimittelpakets exklusiv zu verhandeln. Es umfasst nach früheren Angaben Eigen- und Lizenzmarken des Aachener Wettbewerbers darunter vor allem patentfreie Schmerzmittel für Mittel- und Osteuropa und den Nahen Osten. Als Gesamtpreis nannte Stada damals 360 Millionen Euro. Nun reduziert sich die Summe auf rund 312 Millionen Euro. Zur Finanzierung des Pakets sowie für eine kleinere Übernahme in der Schweiz hatte der Konzern über Schuldscheindarlehen insgesamt 400 Millionen Euro aufgenommen. i

Stada will mit der Expansion ins osteuropäische Ausland seine Abhängigkeit vom Kerngeschäft mit Nachahmermedikamenten in Deutschland reduzieren. Denn dort und in anderen europäischen Ländern spürt der Konzern in dem Geschäft den Spardruck in den Gesundheitssystemen. Allerdings muste Stada zuletzt in Serbien wegen Zahlungsschwierigkeiten der dortigen Großhändler herbe Rückschläge einstecken. Hohe außerplanmäßige Abschreibungen und Wertminderungen waren die Folge.