Thomas Cook legt sich mit Konkurrent TUI an

Mittwoch, 8. Februar 2012, 17:01 Uhr
 

London (Reuters) - Der britisch-deutsche Reisekonzern Thomas Cook hat im Kampf mit dem großen Rivalen TUI Travel um Marktanteile nach eigenen Aussagen nicht an Boden verloren.

"Ich bin durch den Buchungsverlauf ermutigt, insbesondere in Großbritannien, wo unser Marktanteil sowohl im Winter wie auch im Sommer weitestgehend stabil bleibt", sagte Cook-Übergangschef Sam Weihagen am Mittwoch.

Damit geht das angeschlagene Traditionsunternehmen in die Offensive. Zuvor hatte TUI Travel sich gefreut, auf Kosten des Konkurrenten zu wachsen. Der Start ins neue Jahr sei deshalb besser als erwartet gelaufen, hieß es am Dienstag. Weihagen kritisierte die Berechnungen des Rivalen nun: "Mit Statistiken kann man so gut wie alles beweisen." Zwar habe TUI Travel, die Reisetochter des TUI-Konzerns aus Hannover, im Januar ihren Marktanteil ausbauen können - im Dezember sei es aber umgekehrt gewesen und Cook hätte vorne gelegen. Auch bei den Sommerbuchungen habe Cook die Nase vorn und bereits 42 Prozent seiner Kapazitäten verkauft. TUI Travel hat nach eigenen Angaben 35 Prozent an dem Mann gebracht.

Unter dem Strich fuhr Cook im vergangenen Quartal einen Verlust ein. Der Fehlbetrag sei auf 91 Millionen Pfund von 37 Millionen Pfund gestiegen. Überraschend ist das nicht: Reiseveranstalter schreiben im Winter üblicherweise Verluste - richtig verdient wird mit Sommerurlauben. Der Umsatz dagegen kletterte um drei Prozent auf 1,86 Milliarden Pfund. Das schwierige konjunkturelle Umfeld zu Jahresbeginn in Europa habe die Geschäfte belastet, teilte Thomas Cook mit. Besserung ist nicht in Sicht. Das Geschäftsjahr 2011/12 werde in jedem Fall eine Herausforderung, so die Einschätzung des nach Umsatz zweitgrößten Touristikkonzerns Europas.

Der arabische Frühling vom vergangenen Jahr hatte dem Konzern das Geschäft in Urlaubsländern wie Tunesien, Ägypten oder Marokko vermiest. Thomas Cook, zu dem auch Anbieter wie Neckermann und Öger Tours sowie der Ferienflieger Condor gehören, sind dadurch Millionen an Gewinn entgangen. Die älteste Touristikfirma der Welt war vergangenes Jahr in ernste finanzielle Schwierigkeiten geraten und musste im November mit einer Finanzspritze von Gläubigern über Wasser gehalten werden. Beim Umbau des Unternehmens gibt Weihagen nun Gas und kündigte an, die Mehrheitsbeteiligung an der Indien-Tochter zu verkaufen. An der Londoner Börse kamen das gut an: Die Cook-Aktie stieg um acht Prozent.